Pole für Vettel - Schumi nur Elfter

Der Weltmeister macht ernst: Mit einer Zauberrunde hat Sebastian Vettel die Pole Position für den Formel-1-Auftakt in Melbourne erobert, Michael Schumacher sucht weiter nach seiner alten Magie.
| dpa
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Der Weltmeister macht ernst: Mit einer Zauberrunde hat Sebastian Vettel die Pole Position für den Formel-1-Auftakt in Melbourne erobert, Michael Schumacher sucht weiter nach seiner alten Magie.

Melbourne - Champion Vettel fuhr bei der Qualifikation für den Großen Preis von Australien in einer eigenen Liga und deklassierte mit dem pfeilschnellen Red Bull seine Titelrivalen. "Besser hätte es nicht laufen können", sagte der 23-Jährige, nachdem er mit breitem Grinsen die Glückwünsche der Konkurrenz empfangen hatte. McLaren-Pilot Lewis Hamilton wurde Zweiter, Mark Webber im zweiten Red Bull Dritter.

Dagegen setzte es für Rekordchampion Schumacher schon wieder eine Enttäuschung. Im Mercedes reichte es nur zu Platz elf. "Man muss ganz klar sagen, dass wir nicht auf dem Stand sind, auf dem wir sein sollten", bekannte der 42-Jährige, der auch das Stallduell mit dem siebtplatzierten Nico Rosberg verlor. "Es reicht nicht, um über vordere Plätze nachzudenken", meinte Schumacher. Nach der Jahresbestzeit bei den Testfahrten war er sogar als möglicher Vettel-Rivale gehandelt worden.

Doch mit dem Titelverteidiger konnte es im Albert Park niemand aufnehmen. "Eine phänomenale Runde", lobte Red-Bull-Teamchef Christian Horner die Fabelzeit von 1:23,529 Minuten. "Ich glaube, wir werden einen noch besseren Sebastian in dieser Saison sehen", urteilte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko. Und der um 0,778 Sekunden geschlagene Hamilton staunte: "Eine unglaubliche Zeit."

Vettel aber lehnte jedes Lob als verfrüht ab. "Wir haben ein gutes Paket. Aber wir haben noch keine Punkte", stellte der Hesse sachlich fest. "Der Vorsprung mag riesig erscheinen, aber die Saison ist lang, es kann viel passieren. Wir müssen auf dem Boden bleiben", mahnte Vettel, den im Vorjahr trotz großer Überlegenheit immer wieder technische Mängel gebremst hatten.

Sorgen aber dürften sich vorerst vor allem die vermeintlichen Verfolger machen. Zumindest McLaren hat nach schwachen Test-Eindrücken etwas aufholen können. Dagegen musste sich Vize-Weltmeister Fernando Alonso im Ferrari mit Rang fünf begnügen. "Mit dem Platz sind wir zufrieden, mit dem Rückstand nicht", sagte der Spanier, dem mehr als 1,4 Sekunden zur Bestzeit fehlten.

Gedrückt war die Stimmung auch im Mercedes-Team, das sich eigentlich im Aufwind wähnte. "Ich dachte, da geht was. Aber es ging nix", klagte der Wiesbadener Rosberg. "Wir hätten einen besseren Job machen können", sagte Motorsportchef Norbert Haug. Die Vettel-Jäger müssen nun auf die unberechenbaren neuen Pirelli-Reifen hoffen, die das Rennen am Sonntag zu einer Lotterie machen könnten.

Das gilt auch für Nick Heidfeld, der im Lotus-Renault einen Fehlstart hinlegte. Als 18. schied der Mönchengladbacher schon in der ersten Qualifikationsrunde aus. "Ich hab keine freie Runde hinbekommen. Jetzt kann es hoffentlich nur noch besser werden", sagte der 33-Jährige. Adrian Sutil steuerte seinen Force India nach einem spektakulären Dreher auf Platz 16, für Timo Glock reichte es mit dem Marussia-Virgin nur zu Rang 21.

Nicht im Zeitlimit blieben wie erwartet die Hispania-Piloten Vitantonio Liuzzi und Narain Karthikeyan. Wegen der 107-Prozentregel, die in diesem Jahr wieder eingeführt wurde, dürfen beide beim Auftakt-Grand-Prix nicht teilnehmen. Die Rennkommissare des Automobil-Weltverbands FIA lehnten am Abend ein Gnadengesuch des Rennstalls ab. "Das ist ja unsere Schuld. Wir sind sehr spät dran", bekannte Teamchef Colin Kolles. Das Hispania-Auto F111 war erst am Ende des Freitagstrainings fertig geworden.

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