Schmettern und fliegen: Mit dem Bus nach Zagreb

Hachings Volleyballer spielen im Europapokal, doch ob sich das auch finanziell rechnet, ist äußerst ungewiss.
von  Abendzeitung
Haching-Kapitän Marco Liefke schlägt sich durch.  Sportlich läuft es rund in Haching, finanziell muss scharf gerechnet werden.
Haching-Kapitän Marco Liefke schlägt sich durch. Sportlich läuft es rund in Haching, finanziell muss scharf gerechnet werden. © sampics/Augenklick

Hachings Volleyballer spielen im Europapokal, doch ob sich das auch finanziell rechnet, ist äußerst ungewiss.

MÜNCHEN „Wir fahren lieber Bus“, sagte Andreas Brehme, als er noch Trainer der SpVgg Unterhaching war. Wenn´s schon die Fußballer vormachen – ist es im Volleyball in Haching nicht anders. Sie steigen lieber in den Bus statt in den Flieger. Weil sie es müssen. Aus Geldnot.

Schon vor der Saison sorgte sich der neue Marketingleiter Josef Köck: „Wir brauchen dringend mehr Sponsoren.“ Die teure Mannschaft kostet Geld. Die Saison hat erfolgreich begonnen mit vier Siegen und dem achtbaren 2:3 bei Favorit Friedichshafen. Haching ist Bundesliga-Erster und spielt international, gestern in der zweiten Runde im Europapokal-Auftakt gegen Mladost Zagreb. Und da gab es unter den Augen von SpVgg-Trainer Ralph Hasenhüttl einen 3:0-Sieg. Europapokal ist schön, alles Schöne kostet Geld. „Wir schmeißen das Geld nicht zum Fenster raus“, sagt Trainer Paduretu. Weitere Sponsoren? Fehlanzeige. Es wird scharf kalkuliert. Die Kosten für die zweite Runde schätzt man auf rund 10000 Euro. „Das übernehmen Sponsoren“, sagt Paduretu. Zum Rückspiel in Zagreb geht es für die Hachinger kommende Woche ins 600 Kilometer entfernte Zagreb. Natürlich mit dem Bus. Paduretu: „Wenn es mit dem Bus billiger ist als zu fliegen, dann fahren wir mit dem Bus.“ Haching hofft auf weitere internationale Auftritte und viele Zuschauer. Sollte Zagreb ausgeschaltet werden, stehen sie erst in der Runde der letzten 32. Jede Runde bringt Geld.

R. Franke