Vettels Frust und die Gurke

Dem Weltmeister platzt erst der Reifen - und dann der Kragen: Er beschimpft den Inder Karthikeyan
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Sepang - Noch im Auto sitzend zeigte Vettel Narain Karthikeyan wütend die Faust, später beschimpfte der sonst so smarte Weltmeister den indischen Piloten des Feldauffüllerteams HRT so sehr, wie er noch nie einen Kollegen in der Formel1 beschimpft hatte. „Wie im echten Leben gibt es eben ein paar Gurken, die auf der Strecke fahren”, sagte er.

Was war passiert? Acht Runden vor Schluss hatte sich Vettel beim Überrunden Karthikeyans an dessen Frontflügel den linken Hinterreifen aufgeschlitzt – und durch den unplanmäßigen Boxenstopp alle Chancen auf WM-Punkte verbaut. Als abgeschlagener Elfter fuhr Vettel schließlich ins Ziel. Als ihm später erzählt wurde, dass Karthikeyan zuvor auch mit Jenson Button beim Überrunden kollidiert war, sprach Vettel dem Inder noch die Formel-1-Tauglichkeit ab. „Da muss man überlegen, ob Autofahren für ihn der richtige Job ist”, motzte er.

Vettel war so aufgebracht, dass er noch nicht mal die Siegerehrung eines denkwürdigen Rennens richtig mitbekam. Auf dem Podium jubelten nämlich Fernando Alonso, der mit seinem Katastrophen-Ferrari vor allem dank seiner Leidenschaft den Sieg schaffte – und der Mexikaner Sergio Perez, der mit dem eigentlich unterlegenen Sauber dank einer perfekten Strategie und viel Herzblut einen sensationellen zweiten Rang erreichte. Dritter wurde beim Rennen in Malaysia, das wegen eines schweren Gewitters bereits nach acht Runden für 51 Minuten abgebrochen wurde, McLaren-Pilot Lewis Hamilton.

Vettel dagegen war einfach nur bedient. „Das ist frustrierend. Ein vierter Platz wäre noch zufrieden stellend gewesen, aber so springt gar nix dabei raus”, schimpfte er, der ohne den verhängnisvollen Kontakt mit Karthikeyan zumindest weiterhin WM-Zweiter gewesen wäre. Hinter Alonso und vor Australien-Sieger Jenson Button, der nach der Kollision mit Karthikeyan als 14. auch eine Nullnummer schrieb.

Während Button die Schuld für den Unfall aber bei sich suchte, kämpfte Vettel einfach nur mit seinem Ärger. Und dass Karthikeyan die Schuld trage an seinem verkorksten Wochenende, daran ließ Vettel keinen Zweifel. Ganz anders als Adrian Sutil. Der Gräfelfinger, der kein neues Cockpit für diese Saison bekommen hat, analysierte für Sky im Unterföhringer Studio das Rennen, und bewertete Vettels Unglück so: „Sebastian hätte einfach mehr Platz lassen sollen. Er hat extrem knapp wieder rübergezogen. Bei einem Überrundeten muss man das nicht machen."

Auch Rekordweltmeister Michael Schumacher hatte unter einem folgenreichen Manöver eines Rivalen zu kämpfen. Gleich in der ersten Runde drehte ihn Lotus-Pilot Romain Grosjean um. Schumacher, von Rang drei ins Rennen gegangen, fiel auf Rang sechzehn zurück und sicherte sich am Ende als Zehnter immerhin noch seinen ersten Saison-Punkt. Bester Deutscher war in Malaysia übrigens Nico Hülkenberg als Neunter. 

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