Vettel sehnt Saisonende und Red-Bull-Abschied herbei

Das erlösende Ende einer quälenden Saison naht: Noch-Weltmeister Sebastian Vettel freut sich auf seinen Red-Bull-Abschied. Und seinen Wechsel zu Ferrari.
| SID
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São Paulo - Sebastian Vettel legte den Kopf zur Seite, überlegte ein paar Sekunden und sagte dann mit einem breiten Grinsen im Gesicht: "Ja!" Ja, er freut sich auf das nahende Ende dieser Seuchen-Saison. Und damit auch auf seinen Red-Bull-Abschied.

Und noch vielmehr auf seinen bevorstehenden Wechsel zu Ferrari. "Ich habe nicht das Gefühl, dass jeder schon die Tränen in den Augen hat und traurig ist, dass es zu Ende geht", sagte Vettel über seine Red-Bull-Abschiedstournee. Zwei Rennen noch, dann ist er weg. Und Vettel kann es gar nicht schnell genug gehen. Das Verhältnis zwischen dem Heppenheimer und dem Team, das ihn groß gemacht hat, ist deutlich abgekühlt. "Wir hatten in diesem Jahr mit vielen Problemen zu kämpfen", sagte der 27-Jährige vor dem Großen Preis von Brasilien (Sonntag, 17.00 Uhr/RTL und Sky).

Schließlich war die Saison geprägt von Pleiten, Pech und Pannen. Seine "Suzie" zickte, und dem ehemaligen Seriensieger und Noch-Weltmeister droht bei noch zwei ausstehenden Rennen mehr denn je das erste Jahr ohne einen einzigen Grand-Prix-Sieg seit seiner Debütsaison 2007. Mit den Gedanken ist Vettel ohnehin längst bei Ferrari.

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nächste Saison nicht am Strand liege", sagte er angesprochen auf seine Zukunft. Schließlich ist der spektakuläre Wechsel ja immer noch nicht offiziell bestätigt - doch das ist nur eine Frage der Zeit. "So lange die Kameras laufen, ist das schwierig zu erklären. Sobald sie ausgeschaltet sind, scheint jeder zu wissen, was los ist", sagte Vettel, der bei der Scuderia seinen Rivalen Fernando Alonso ersetzen soll.

"Ich schiebe keine Panik oder mache mir Sorgen", sagte Vettel: "Ich weiß auch, wer mein Teamkollege wird." Aller Voraussicht nach sein Kumpel Kimi Räikkönen, Alonso zieht es zurück zu McLaren. Doch wird für Vettel bei Ferrari alles besser?

Im Fahrerlager geht schon die Angst vor der nächsten vom Mercedes-Duo Lewis Hamilton und Nico Rosberg dominierten Saison um. Im Heck des Silberpfeils steckt wohl auch 2015 wieder ein absoluter Monster-Motor. "Realistischerweise müssten sie gewaltig patzen", sagte Vettel über die Chancen, Mercedes mit Ferrari ernsthaft attackieren zu können: "Die anderen versuchen aufzuholen. Das ist jedoch schwierig."

Mindestens genau so schwierig wie in diesem Jahr doch noch ein Rennen zu gewinnen. Doch ganz will Vettel die Hoffnung auf seinen 40. Grand-Prix-Sieg noch nicht aufgeben. Schließlich hat er beste Erinnerungen an den Kurs in Interlagos.

Hier krönte er im Vorjahr seine herausragende WM-Saison und gewann am Ende des Jahres sein neuntes Rennen in Serie. Am Sonntag ist dieser Triumph genau 350 Tage her.

Endet die Grusel-Serie ausgerechnet in Brasilien? "Ich denke, es gibt immer eine Chance zu gewinnen - ganz egal, bei welchem Rennen", sagte Vettel und hofft auf Regen: "Es scheint, als könnten hier in Brasilien irgendwie mehr Dinge passieren als auf anderen Strecken." Die Seuchen-Saison soll für Vettel jedenfalls so schnell wie möglich ein Ende haben - so oder so.

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