"Und dann kam Lewis..."

Nach zwei Siegen zum Start diesmal Rang zwei. Vettel schiebt’s auf die Reifen und die falsche Strategie.
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Nach zwei Siegen zum Start muss sich Sebastian Vettel in Shanghai mit Rang zwei hinter McLarens Star Hamilton begnügen. Der Weltmeister schiebt’s auf die Reifen und die falsche Strategie.

Shanghai - Niki Lauda hat ja recht. „Zwei Siege und ein zweiter Platz aus den ersten drei Rennen, das ist sensationell”, sagte der dreimalige Weltmeister und RTL-Experte nach dem Großen Preis von China.

Auch Sebastian Vettel, der eben diese Bilanz geschafft hat, weiß das. Und doch wirkte der Weltmeister enttäuscht nach dem Rennen in China. Enttäuscht darüber, dass Lewis Hamilton ihn, der mit stark abbauenden Reifen zu kämpfen hatte, fünf Runden vor Schluss einfach stehen lassen konnte und seinen McLaren schließlich dank frischer Pneus als Erster über die Ziellinie fahren konnte. Enttäuscht aber auch darüber, dass er mit der richtigen Taktik wohl problemlos seinen dritten Sieg im dritten Saisonrennen hätte einfahren können. „Natürlich fuchst es einen ein bisschen. Das Auto war schnell genug. Aber vielleicht war die Strategie die falsche. Es ist eine Teamentscheidung. Wir dachten, es ist die bessere Alternative. Es hat sich am Ende gezeigt, dass sie es nicht war”, meinte Vettel.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass Vettel bei Red Bull nicht sonderlich gut gelitten ist. Anders als sein Teamkollege Mark Webber, der dreimal die Reifen wechselte und so von Startplatz 18 sensationell bis auf Rang drei fuhr, verlor Vettel wegen der Zwei-Stopp-Strategie kurz vor Schluss den sicher geglaubten Sieg.

So kann man es sehen. Tatsächlich aber verlief der ganze Sonntag für Vettel eher suboptimal. Schon am Start zogen die McLaren von Hamilton und Jenson Button vorbei an Vettel. „Mein Start war nicht wirklich gut. Ich kam nicht richtig weg. Das fühlst du im Auto. Ich habe direkt gesehen, dass ich die Position an Jenson (Button) verloren habe. Und dann kam auch noch Lewis (Hamilton)”, meinte Vettel. Die Führung holte er sich zwar nach dem ersten Boxenstopp zurück – wobei er davon profitierte, dass Button fälschlicherweise erst die Red-Bull-Box anfuhr – doch danach bremsten allerlei technische Probleme den Heppenheimer ein. Wie schon in den ersten beiden Rennen funktionierte das Energierückgewinnungssystem Kers bei Vettel nicht einwandfrei. „Mal ging es, mal ging es nicht”, so Vettel, danach fiel auch noch der Boxenfunk aus. Vettel: „Sie haben mir viele Fragen gestellt, aber keine Antworten bekommen. Ich habe keine Ahnung, was sie mir gesagt haben. Ich habe immer nur Bruchstücke verstanden. Bei diesen Rennen ist Kommunikation allerdings wichtig.”

Und so bleibt es dabei: Der Red Bull ist das schnellste Auto im Feld, aber von den Spitzenautos eben auch das fehleranfälligste. „Es ist ja klar, dass Newey kein normales Kers gebaut hat”, sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko. Mit Newey ist Adrian Newey, der Konstrukteur gemeint. Der ist bekannt für geniale, aber eben auch defektanfällige Lösungen. Marko meinte es als Kompliment – Vettel führt die Wertung ja auch so an – und wenn die Systeme erst mal funktionieren, dürfte die Dominanz noch zunehmen. 

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