Derby gegen Bamberg: Der bayerische Stresstest

Die Basketballer des FC Bayern empfangen Bamberg zum Topspiel. Playofffeeling pur. Doch FCB-Trainer Svetislav Pesic stapelt tief.
von  fss
Bayern-Coach Pesic stapelt vor dem Duell mit Bamberg tief.
Bayern-Coach Pesic stapelt vor dem Duell mit Bamberg tief. © dpa

München - Svetislav Pesic ist ein alter Taktik-Fuchs. Und gerade wenn es gegen die größten Konkurrenten geht, wird die Taktik doppelt wichtig. Tabellenführer Bamberg sieht Pesic „auf einem Niveau“ mit seinem Team und so beginnt Pesic seine taktischen Spielchen diesmal schon weit vor dem bayerischen Duell am Freitag (20 Uhr, telekombasketball.de).

Auf die Frage, ob Spieler angeschlagen sein, antwortet der Bayerntrainer: „Es gibt immer kleine Probleme, aber welche, das sage ich nicht.“ Dann dreht er sich zu Pressesprecher Andreas Burkert. „Nicht mal ihm. Weil ihr ruft ihn an und fragt.“ Wirklich ernst meint er das natürlich nicht, aber Pesic zeigt: Jetzt werden die Zügel angezogen. Das freie Wochenende hat die Mannschaft für ein Kurztrainingslager in Belgrad genutzt und zwei Spiele gegen den serbischen Pokalfinalisten KK Mega Leks gewonnen.

Gegen Porto: Peps glorreiche Fünf

Sechs Spiele stehen bis zum Ende der regulären Bundesligasaison noch aus, jeder der kommenden Gegner ist Stand jetzt für die Playoffs qualifiziert. Die großen Konkurrenten Bamberg und Berlin haben je einen Sieg mehr und zudem ein Spiel weniger auf dem Konto. „Wir haben keine große Chance, Zweiter oder Erster zu werden“, sagt Pesic. Er will den Druck nicht zu groß werden lassen.

Auch wenn es nun in die heiße Phase geht und es gut möglich ist, dass es in den Playoffs wieder gegen Bamberg geht: „Die Playoffs kann man nicht mit der regulären Saison vergleichen“, meint Pesic. „Playoff-Charakter“ habe das morgige Spiel deswegen „noch nicht“. Aufbauspieler Anton Gavel, fünf Jahre lang der Star der Bamberger Mannschaft und seit Saisonbeginn Münchner, sieht das anders. „Sicher haben die Spiele Playoff-Charakter, vor allem gegen Bamberg, Berlin und Oldenburg. Jede Mannschaft will ihren Platz festigen.“

Den Bambergern ihren Platz noch wegnehmen – eine Herkulesaufgabe für Gavel und Co. „Es ist noch möglich, aber wir müssten mit fast 20 Punkten gewinnen.“ Bei Punktgleichheit am Saisonende zählt der direkte Vergleich, das Hinspiel hatte Bamberg mit 17 Punkten gewonnen. Trainer Pesic will sich auf Rechenspielchen nicht einlassen: „Das Ziel gegen Bamberg ist nur, zu gewinnen.“

Daran, dass seine Mannschaft die Eurocup-Spiele gegen die Franken im Januar und Februar mit 38 und 24 Punkten gewonnen hat, will sich Pesic nicht mehr recht erinnern. „Gegen Bamberg war es nie einfach, es war immer knapp.“ Wie wichtig das morgige Spiel auch im Hinblick auf die Playoffs ist, ist Trainerfuchs Pesic zweifelsfrei klar. Doch diesmal lautet die taktische Marschroute: Erwartungen nach unten schrauben und so Druck von der Mannschaft nehmen.