Ulrike Folkerts: "Ich wollte nie Kinder in die Welt setzen"

Ulrike Folkerts schlüpft sie in die Rolle einer verwaisten Mutter. Wie sich die Schauspielerin privat für Kinder engagiert, hat sie im Interview erklärt.
von  (ili/spot)
Mia (Ulrike Folkerts) ahnt noch nicht, wer sich hinter ihrer neuen Liebe Jan (Filip Peeters) verbirgt
Mia (Ulrike Folkerts) ahnt noch nicht, wer sich hinter ihrer neuen Liebe Jan (Filip Peeters) verbirgt © ZDF/Conny Klein

Die Schauspielerin über Reproduktionsmedizin und Engagement für Kinder

Meist spielt sie die taffe Kommissarin Lena Odenthal, die im Ludwigshafener "Tatort" auf Verbrecherjagd geht. Vom Privatleben der Ermittlerin weiß man vor allem, dass sie mit dem Kollegen und einer Katze zusammen wohnt. Ganz anders sind die Rollen, in die Ulrike Folkerts (53, "Spieltrieb") zwischendurch schlüpft. Am Sonntag ist die gebürtige Kasselerin in "Ein Sommer in Amsterdam" (ZDF, 20.15 Uhr) zu sehen. Darin spielt sie eine verwaiste Mutter, die das einzige Kind bei einem Autounfall verloren hat. Weil sie den Verlust kaum verwinden kann, macht sie sich auf die Suche nach dem Menschen, der aus ihrer Eizell-Spende als Studentin in Amsterdam entstanden sein könnte...

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Was die Schauspielerin privat über Reproduktionsmedizin denkt, warum sie alles andere als kinderfeindlich ist, nur weil sie selbst keinen leiblichen Nachwuchs in die Welt setzen wollte und was sie mit dem Moderator und Bio-Landwirt Max Moor verbindet, hat sie der Nachrichtenagentur spot on news erklärt.

Sie haben für den Dreh ein paar Wochen lang in Amsterdam gelebt, wie gefällt Ihnen die Stadt?

Ulrike Folkerts: Amsterdam ist leicht, cool, jung, sehr lebensfroh und unheimlich schön. Ich hatte das Glück, fünf Wochen dort zu sein, ein Apartment zu haben und ein Teil der Stadt werden zu können - ein Fahrrad hatte ich auch ziemlich bald.

Was halten Sie von dem Thema Reproduktionsmedizin?

Folkerts: Mich persönlich hat es nie interessiert, weil ich nie Kinder in die Welt setzen wollte, sonst hätte ich es wahrscheinlich einfach gemacht. Wenn ich dann gemerkt hätte, dass es nicht klappt, hätte ich mir wahrscheinlich eher die Frage gestellt, ob ich es dann nicht einfach auch so stehen lassen kann. Es gibt ja auch andere Wege, ohne einen medizinischen Eingriff, sich diesen Wunsch zu erfüllen: Adoption zum Beispiel. Als lesbisches Paar kann man hoffentlich auch bald ein Kind adoptieren.

Was halten Sie von Eizell-Spenden, wie sie in den Niederlanden schon lang erlaubt sind?

Folkerts: Das Schwierige daran ist, dass man den Kindern irgendwann sagen muss, wo sie herkommen. Und wenn ein Mensch im Prinzip jahrelang belogen worden ist, wie in unserem Film, wird er mit dieser unerwarteten neuen Information natürlich erst einmal aus der Bahn geworfen.

Was denken Sie, wann man einem Kind die Wahrheit sagen sollte?

Folkerts: Ich habe gehört, dass man den Kindern immer ein Stück weit die Wahrheit erzählen soll, sobald sie anfangen, Fragen zu stellen. Sonst kann das unter Umständen zu Persönlichkeitsstörungen führen.

Wie kann man sich denn auch ohne eigene Kinder für unsere jüngsten Mitbürger engagieren?

Folkerts: Genau das ist mir sehr wichtig, gerade weil ich Kinder sehr gern mag. Nur weil man kein eigenes bekommt, heißt das ja noch lange nicht, dass man kinderfeindlich ist. Ich habe Patenkinder, bin Patin des Kindermuseums von Berlin und habe mit einer Freundin zusammen einen Verein (kulturvoll e.V.) gegründet, der jedes Jahr ein Stipendium für Kreativferien für sozial benachteiligte Kinder vergibt.

Anfang des Jahres haben Sie auf einer Veranstaltung eine Laudatio auf den Moderator Max Moor gehalten und er hat sich dann sehr liebevoll bei Ihnen bedankt. Was verbindet Sie beiden denn?

Folkerts: Wir haben uns mal bei einer Talkshow kennengelernt. Damals hatte er gerade damit begonnen, seinen Bio-Bauernhof aufzubauen, und ich habe für den Kinder-Verein einen Ort gesucht, an dem ich mit den Kindern sein kann. Und diesen Ort habe ich dann tatsächlich in der Nähe von Moors Demeterhof gefunden. Auf diese Weise sehen wir uns zwei- bis dreimal im Jahr und das ist immer sehr innig. Ich finde einfach gut, wie er tickt, wie er denkt und was ihn bewegt.