Panne bei Kaiser-Ansprache zu Olympia sorgt in Japan für Aufsehen

Japan diskutiert über ein Malheur bei der Kaiser-Ansprache zu Olympia – weil nicht alle gestanden sind.
von  AZ/dpa
Japans Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako
Japans Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako © dpa/David Mareuil

Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, hat mit seiner Ansprache bei der Eröffnungszeremonie die japanischen Gastgeber in Verlegenheit gebracht - ungewollt. Als er am Ende seines Auftritts am vergangenen Freitag im Olympiastadion sagte, die Spiele mögen nun für eröffnet erklärt werden, sei Japans Kaiser Naruhito sogleich ans Mikrofon getreten, um die Eröffnungsformel zu sprechen - während Japans Regierungschef Yoshihide Suga und Tokios Gouverneurin Koike wider der strengen Hofetikette zunächst ahnungslos sitzenblieben, wie japanische Medien am Mittwoch berichteten. Schuld an dem Malheur sei, dass die Stadion-Durchsage, sich von den Sitzen zu erheben, ausblieb.

Olympische Spiele: Wenn der Kaiser spricht, gilt es aufzustehen!?

Ein Sprecher des Organisationskomitees entschuldigte sich den Berichten zufolge für die "Verwirrung". Eigentlich sei vor der Verlesung der Eröffnungsworte eine Stadion-Ansage geplant gewesen, dass sich jeder Anwesende bitte erheben möge. Dies ist bei Auftritten des Monarchen in Japan so üblich. Doch da IOC-Chef Bach den Kaiser gebeten habe, die Olympischen Spiele zu eröffnen, habe es keine Zeit mehr für die Ansage zum Aufstehen gegeben, wurde der Sprecher zitiert. Zum Glück bemerkte Tokios Gouverneurin Koike dies schnell, woraufhin sie und dann auch Regierungschef Suga doch noch aufstanden.