Menschen mit Psoriasis: Was hilft gegen die Stigmatisierung?

Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) leiden nicht nur unter der Krankheit selbst, sondern oft auch unter den negativen Reaktionen anderer. Dies belegt eine aktuelle Umfrage des Deutschen Psoriasis Bund e.V. (DPB) in Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfeportal Psoriasis-Netz.
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Psoriasis-Patienten leiden oft unter den negativen Reaktionen ihrer Mitmenschen
Psoriasis-Patienten leiden oft unter den negativen Reaktionen ihrer Mitmenschen © Pixabay/StockSnap

Abfällige Blicke, abwertende Bemerkungen oder gar Mobbing sind häufige Reaktionen, denen Menschen mit Schuppenflechte (Psoriasis) ausgesetzt sind. Trotz intensiver Öffentlichkeitsarbeit in den vergangenen Jahren ist die Ablehnung von Patienten dieser chronischen Krankheit immer noch weit verbreitet. Dies belegt eine kürzlich durchgeführte Umfrage des Deutschen Psoriasis Bund e.V. (DPB) in Zusammenarbeit mit dem Selbsthilfeportal Psoriasis-Netz.

Rund zwei Millionen Menschen leiden hierzulande unter der Autoimmunkrankheit Schuppenflechte. Die Krankheit betrifft vor allem die Haut, häufig aber auch andere Organe, Gelenke und Nägel. Typisches Symptom: schuppende, rote Hautveränderungen, die am ganzen Körper auftreten können. Hinzu kommt bei vielen Betroffenen quälender Juckreiz. Obwohl die Erkrankung nicht ansteckend ist, werden Menschen mit Schuppenflechte in ihrem Alltag häufig ausgegrenzt und diskriminiert.

Neben der Aufklärung der Öffentlichkeit über die Krankheit gilt es deswegen auch, Betroffene in ihren persönlichen Bewältigungsstrategien zu stärken. Denn viele von ihnen leiden immens unter den ablehnenden Reaktionen. Über die Hälfte der Umfrageteilnehmer gibt an, dass das Verhalten der Umwelt sie traurig und unsicher mache. Nicht selten führt die Stigmatisierung dazu, dass Betroffene sich isolieren, um unangenehme Situationen zu meiden. Diese Selbst-Ausgrenzung stellt - neben den Symptomen und der Stigmatisierung durch die Gesellschaft - eine enorme psychische Belastung dar, die nicht selten zu Depressionen führt.

Umgang mit Vorurteilen: Die Mehrheit schweigt

Laut Umfrageergebnissen konzentrieren sich die Reaktionsmuster der Betroffenen auf zwei Strategien: schweigen und ansprechen. Letzteres traut sich allerdings nur gut ein Drittel der Befragten. Und auch nur, wenn die Tagesform es zulässt. So gab jeder 16. Befragte an, dass das Selbstbewusstsein durch die Psoriasis so beeinträchtigt sei, dass es schwerfalle, sich gegen Stigmatisierung und Mobbing zu wehren. Insofern wundert es nicht, dass über zwei Drittel der Befragten das Schweigen in solchen Situationen vorzieht. - also weder die Konfrontation noch das Gespräch mit dem Gegenüber sucht. Ein Drittel der Schweigenden versucht, die abschätzenden Reaktionen zu ignorieren, während ein weiteres Drittel sich der unangenehmen Situation komplett zu entziehen versucht.

Neben einer verstärkten Aufklärung der Öffentlichkeit - das wünscht sich über ein Drittel der Befragten - ist Hilfe zur Selbsthilfe ein ebenso wichtiger Ansatz. So plädieren die Initiatoren der Umfrage, die Betroffenen darin zu unterstützen, mit den Vorurteilen ihrer Umwelt besser umzugehen zu lernen. Dieser Vorsatz spiegelt sich in dem Wunsch eines guten Drittels der Umfrageteilnehmer wider, besser und vor allem selbstsicherer auf Ablehnung reagieren zu können.

Die richtige Behandlung hilft im Kampf gegen Stigmatisierung

Eine weitere Handlungsoption für Betroffene ist, die Ursache der Stigmatisierung zu eliminieren. Schließlich seien es die Hautsymptome, die ablehnendes Verhalten verursachen würden. So sind immerhin 15,3 Prozent der Befragten der Überzeugung, dass es am wirkungsvollsten wäre, möglichst erscheinungsfrei zu werden. Auch wenn Schuppenflechte unheilbar ist, gilt sie inzwischen als sehr gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie können Symptome effektiv gelindert, immer häufiger sogar weitestgehend unterdrückt werden. Bei mittelschweren bis schweren Verläufen verordnen Dermatologen in der Regel Tabletten, Spritzen oder Infusionen. Darunter klassische Immunsuppressiva, die die Funktionen des Abwehrsystems einschränken. Allerdings haben viele der Befragten das Gefühl, dass ihre Psoriasis nicht wirkungsvoll behandelt wird. Obwohl sie sich offenkundig in ärztlicher Behandlung befinden, haben sie weiterhin mit ihren Hauterscheinungen zu kämpfen.

Wirksamer als unspezifische Immunsuppressiva und gut verträglich sind laut Studien moderne Biologika. Hierbei handelt es sich um biotechnologisch hergestellte Antikörper, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip entzündungsfördernde Botenstoffe erkennen, neutralisieren und so die Entzündungsreaktion zu unterdrücken versuchen.

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