Hat Bill Cosby Frauen für ihr Schweigen bezahlt?

Seit Wochen werden immer neue Missbrauchsvorwürfe gegen Comedian und Schauspieler Bill Cosby laut. Nun meldet sich Frank Scotti zu Wort, der nach eigenen Angaben zwischen 1984 und 1992 eine Art Aufpasser für Cosby war.
von  (wue/spot)
Gegen Bill Cosby werden immer mehr Vorwürfe laut. Jetzt spricht ein ehemaliger NBC-Angestellter
Gegen Bill Cosby werden immer mehr Vorwürfe laut. Jetzt spricht ein ehemaliger NBC-Angestellter © John Minchillo/Invision/AP

New York – Bill Cosby (77) wird seit mehreren Wochen vorgeworfen, angeblich zahlreiche Frauen sexuell missbraucht zu haben. Nun meldet sich der 90-jährige Frank Scotti zu Wort. Der Mann, der laut eigenen Angaben eine Art Aufpasser für Cosby während dessen erfolgreicher Zeit mit "The Cosby Show" zwischen 1984 und 1992 war, zeichnet ebenfalls ein fragwürdiges Bild von dem Comedian. Wenn der Schauspieler junge Frauen mit in seinen Umkleideraum nahm, dann stand Scotti Wache, berichtet die "New York Daily News".

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In den Jahren 1989 bis 1990 habe Scotti offenbar im Auftrag von Cosby insgesamt acht unterschiedliche Frauen mit Beträgen von bis zu 2.000 Dollar pro Monat bezahlt, heißt es weiter. Der 90-Jährige glaube, dass der Comedian mit all diesen Frauen geschlafen habe. "Wieso würde er ihnen sonst Geld schicken?", fragt Scotti im Gespräch mit der Zeitung. Vier Belege habe er wohl aufbewahrt: "Er hat sich dadurch geschützt, dass mein Name darauf stand. Er hat alles vertuscht, das habe ich erst später realisiert."

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Scotti erzählt weiter, dass Cosby angeblich eine Abmachung mit einer Modelagentur in Manhattan gehabt habe. Junge Models, teilweise nur 16 Jahre alt, seien anscheinend zu Cosbys Umkleide geschickt worden. "Stehe vor der Türe und lasse niemanden rein", habe Cosby zu Scotti gesagt, während eines der Mädchen in der Umkleide war. Für eines der Models habe Scotti auch ein Apartment organisieren sollen. Irgendwann habe der ehemalige NBC-Mitarbeiter es nicht mehr ausgehalten und habe gekündigt. Cosbys Anwalt wehrte die Vorwürfe als "pure Spekulation" ab, heißt es weiter, "Scotti wolle nur seine 15 Minuten Ruhm".