Ermittlungen gegen Bobby Arnold: "Seltsam und armselig"

Die Münchner Gesellschaft diskutiert über „Mister Arri“ Bobby Arnold, gegen den wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt wird. Im Franziskaner versteckt er sich unter einer Serviette
| Kimberly Hoppe
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Bobby Arnold hatte Spaß beim alljährlichen Fischessen im Franziskaner.
API / Michael Malfer 2 Bobby Arnold hatte Spaß beim alljährlichen Fischessen im Franziskaner.
Auch das Tischtuch bereitete dem Arri-Eben großen Spaß.
API / Michael Malfer 2 Auch das Tischtuch bereitete dem Arri-Eben großen Spaß.

Nicht nur die Münchner Gesellschaft diskutiert über „Mister Arri“ Bobby Arnold, gegen den wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittelt wird. Bei seinem Auftritt im Franziskaner versteckt er sich zeitweise unter einer Serviette

Es ist das Gesprächsthema in der Münchner Society – vor allem beim legendären Fischessen gestern Abend im Franziskaner. Die AZ-Schlagzeile „Ermittlungen gegen Kino-Legende Bobby Arnold“ über den millionenschweren Arri-Erben und sein fragwürdiges Verhalten sorgt für ziemlich viel Wirbel.

Für sein unberechenbares Temperament als Party-Gast ist der 69-jährige Bobby längst bekannt, berüchtigt – und teilweise gefürchtet. Doch dass nun die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen Körperverletzung und Beleidigung mit sexuellem Hintergrund ermittelt, ist seinen Promi-Freunden neu.

Allerdings sind nur wenige überrascht.

Eine Sekretärin soll er drei Jahre lang „terrorisiert“, ihr beispielsweise Münzen in den Ausschnitt geworfen haben. Ein Hausmeister ging zur Polizei, weil ihm die Kino-Legende (18 Technik-Oscars für die Arri) grundlos zwischen die Beine getreten haben soll.

Was sagt die Münchner Gesellschaft zu Bobby Arnold? Wo hört der Spaß auf?

Bobby lässt es sich an diesem Mittwoch trotz der aktuellen Vorwürfe jedenfalls nicht nehmen, zu seinem geliebten Fischessen zu kommen. Hierhin geht er seit Jahren, hier will er auch heuer sein.

Lesen Sie hier: Oktoberfest - Zeltverbot für Bobby Arnold?

Allerdings wählt er diesmal nicht den großen Auftritt, sondern den Hintereingang. Er setzt sich mit seiner Gäste-Entourage an seinen Stammtisch, hinten links im Studentensaal und ist – erstaunlicherweise – ziemlich ruhig.

Als ihn einige Fotografen ablichten wollen, gehen Spezl Otto Retzer und Bobbys Tochter Laura dazwischen: „Heute keine Fotos!“ Bobby hält sich die Serviette vors Gesicht, blödelt herum – in der soften Version. Er trinkt ein bisschen, isst ein bisschen und ist (mehr als ein bisschen) unauffälliger als üblich. Reden möchte er nicht. Dafür reden alle anderen über ihn.

Was sagt die Münchner Gesellschaft zu Bobby?

Eiskunstlauf-Olympiasieger Manfred Schnelldorfer ging er zuletzt am 22. Januar im Franziskaner an, als ein Öl-Porträt von OB Christian Ude enthüllt wurde – auch dieser Vorfall wird polizeilich untersucht.

Schnelldorfer sagt zur AZ: „Grundsätzlich war es sehr mutig, Bobby anzuzeigen – in einem Rechtsstaat, wo die Reichen oft einen längeren Arm und bessere Anwälte haben. Ich habe Ähnliches oft erlebt, vor allem zu Frauen verhält er sich sehr seltsam. Es scheint wie ein Sport für ihn zu sein, Menschen zu brüskieren.“

Was sagt er zu dem Vorfall mit dem Messer?

Schnelldorfer: „Ich habe Gäste an seinem Tisch begrüßt, da hat er plötzlich das Messer in die Hand genommen und grimmig geschaut. Das ist nicht lustig. Seine Manieren sind gleich null. Meine Lebensgefährtin war richtig entsetzt, als sie am nächsten Tag das Foto in der Abendzeitung gesehen hat. Ich werde ihm in Zukunft noch mehr aus dem Weg gehen.“

Diese Taktik fährt auch Angela Waldleitner, Witwe von Film-Legende Luggi Waldleitner, die Bobby Arnold seit Jahrzehnten kennt und am Mittwochabend beim Fischessen treffen sollte: „Früher war er so nett. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist.“

Und: „Mir hat er die Zigarette im Glas ausgemacht, von einer Bekannten weiß ich, dass er gerne Brotkrümel ins Dekolletee wirft. Seine Kinderstube ist weg, manche Menschen werden leider komisch. Vielleicht ist es gut, dass die Polizei eingeschaltet ist und er so in seine Schranken gewiesen wird. Ob’s was nützt, bezweifle ich.“

Elisabeth Wicki-Endriss, Witwe von Bernhard Wicki, meint: „Flirten ist etwas Wunderbares, aber Sachen in den Ausschnitt zu werfen, hat damit nichts zu tun, das geht zu weit. Ich hätte ihm sofort eine geknallt. Ich habe kein Verständnis für sein armseliges, plumpes Verhalten.“

Asam-Schlössl-Wirtin Birgit Netzle-Piechotka, die ebenfalls bei dem Ude-in-Öl-Event im Franziskaner war, kennt Bobby von der Kindheit an. Sie sagt: „Er spinnt halt a bisserl, redet in Baby-Sprache, gibt den Kasper. Irgendwann hat’s ,peng’ gemacht – und jetzt hat er einfach einen Schlag. Wäre toll, wenn er jetzt mal aufwachen würde.“

Arnolds langjähriger Freund, der Franziskaner-Boss Edi Reinbold, lässt ihn trotz der Ermittlungen zum Fischessen kommen. Aber: „Er muss sich beherrschen.“ Reinbold glaubt, dass Bobby einfach eine „gscheite Frau“ braucht. Aber die zu finden, dürfte gerade nicht so einfach sein.

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