Cinema for Peace? Cinema for mies!

Bei einer Friedensgala sollen sich die Stars wie Flüchtlinge fühlen – das geht leider sehr daneben.
| Kimberly Hoppe
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Die Säulen des Konzerthauses in Berlin sind mit Hunderten von echten Schwimmwesten von Flüchtlingen aus Lesbos „verziert“.
dpa 2 Die Säulen des Konzerthauses in Berlin sind mit Hunderten von echten Schwimmwesten von Flüchtlingen aus Lesbos „verziert“.
Ein bisschen Po für den Weltfrieden? Sophia Thomalla.
dpa 2 Ein bisschen Po für den Weltfrieden? Sophia Thomalla.

Irgendeine Ex von Lothar Matthäus drückt den Fotografen ihr Dekolleté entgegen, Natascha Ochsenknecht zeigt ihren Freund,Sophia Thomalla ihren Po-Ansatz.

Sie alle strahlen und posieren vor dem Konzerthaus in Berlin, dessen Säulen mit Hunderten von echten Schwimmwesten von Flüchtlingen aus Lesbos „dekoriert“ sind. Dazu ein riesiges Schlauchboot. Über den Köpfen der Gäste steht: „sichere Überfahrt“. Stopp!

Welcher falsche Film läuft denn hier unweit der Berlinale ab? Der chinesische Künstler Ai Weiwei soll verantwortlich sein für die äußerst fragwürdige „Kunst“. Denn die diesjährige Friedensgala „Cinema for Peace“, die mit den Berliner Filmfestspielen nix zu tun hat und immer nur zeitgleich stattfindet, damit ein paar Stars des Festivals abgegriffen werden können, steht ganz im Zeichen von Flüchtlingen. Das ist sicher gut gemeint, geht aber leider sehr daneben.

Charity-Partys, bei denen zwischen Schampus und Häppchen mit dem Geldbeutel auch das Gewissen erleichtert wird, sind ja eh heikel. Aber „Cinema for Peace“ ist heuer besonders mies.

Der Tiefpunkt: Nachdem eine syrische Familie auf der Bühne war, sagt Gastgeber Jaka Bizilj, jeder Gast habe ein Geschenk unterm Stuhl – eine Rettungsdecke. Auch diese Idee soll von Ai Weiwei stammen. Die Stars können sich mal wie Flüchtlinge fühlen. Wie es ist, wenn man durchgefroren aus einem Boot steigt. Und tatsächlich ziehen alle aufgebrezelten Gäste – von Charlize Theron über Sarah Wiener, Regina Halmich bis Wolfgang Joop – die goldschimmernden wärmenden Teile an, kichern, machen Selfies. Die Party geht weiter.

Prost! Auf die Flüchtlinge!

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