Interview

Angelina Kirsch spricht über Tierschutz, Model-Job und das Dschungelcamp

Angelina Kirsch gehört zu den erfolgreichsten Curvy-Models in Deutschland. Beim Besuch des Münchner Tierheims hat sie mit der AZ über Tierschutz, ihre Figur und Trash-TV gesprochen.
von  Sven Geißelhardt
Könnte sich Angelina Kirsch einen Auftritt im RTL-Dschungelcamp vorstellen?
Könnte sich Angelina Kirsch einen Auftritt im RTL-Dschungelcamp vorstellen? © imago images/Gartner

Model, Moderatorin und Autorin - Angelina Kirsch probiert sich in der deutschen Medienlandschaft gerne aus. Privat verbringt die 33-Jährige die Zeit mit ihren Katzen und ihrem Pony. Wie sehr sich das Curvy-Model für den Schutz von Tieren einsetzt, hat sie bei einem Besuch im Tierheim München erzählt.

Für die Aktion "Purina hilft" setzt sich Angelina Kirsch für verantwortungsvolles Adoptieren ein. Mit der AZ hat sie über ihre eigenen Fellnasen, ihre Karriere als Model und Moderatorin und mögliche Trash-TV-Ambitionen gesprochen.

AZ: Frau Kirsch, wie geht es Ihnen?
ANGELINA KIRSCH: Ich bin happy, gesund, munter und wohlauf. Familie und Freunden geht es gut, also alles fein.

Wie haben Sie die Corona-Krise bislang privat und beruflich erlebt?
Beruflich gab es natürlich ein paar Einschränkungen, aber da hat sich das eigentlich ziemlich schnell eingegroovt, mit PCR-Test und so weiter. Dann ging es weiter, Shootings durften ja trotzdem stattfinden. Im ersten harten Lockdown hatte ich auch Glück, da ich sowieso Urlaub geplant hatte. Ich konnte zwar nicht wie geplant wegfliegen, aber habe die Zeit dann genutzt, um umzuziehen und mich einzuleben – ein bisschen Glück im Unglück.

Angelina Kirsch: "Ich habe selber zwei Tierheim-Kater"

Sie sind im Münchner Tierheim, um Aufmerksamkeit für Tieradoption zu schaffen. Gilt für Sie also das Credo: Adopt, don’t shop?
Ja. Wobei ich sagen muss, dass ich keine Züchter verurteilen will. Wer beim Züchter kaufen will, weil er sagt, 'ich will Sport machen und brauche eine gewisse Rasse, die mich begleiten kann oder habe besondere Anforderungen', dann ist das auf gar keinen Fall verwerflich. Für mich selbst ist es so, dass ich sage, wenn ich mir die Zeit nehmen möchte für ein Tier und auch die Aufmerksamkeit dafür aufbringen möchte, dann gehe ich gerne ins Tierheim. Ich finde gerade bei Katzen kann man das sehr gut machen, weil es einfach so viele Katzen in den Heimen gibt. Ich habe selber zwei Tierheim-Kater bei mir Zuhause und die sind jeden Tag so happy und dankbar. Es macht mich einfach glücklich zu wissen, denen darf ich jetzt ein besseres Leben bieten.

Curvy-Model Angelina Kirsch setzt sich für den Tierschutz ein.
Curvy-Model Angelina Kirsch setzt sich für den Tierschutz ein. © Purina Deutschland

Mit der Aktion soll ja auch der Fokus auf die Schicksale der Tierheim-Tiere gelegt werden. Wie war das bei Ihren Tieren?
Also bei Sammy [Angelina Kirschs Kater, d.R.] wissen wir nicht, was da los war. Er hat Katzenaids, ist aber quietschfidel und super lieb. Shaky, der zweite Kater, ist auf einem Bauernhof geboren. Er bekam eine Mittelohrentzündung und rannte dadurch nur noch im Kreis. Tierschützer haben den Bauern darauf aufmerksam gemacht. Da kam aber nur die Reaktion: 'Entweder er erholt sich oder er stirbt.' Shaky wurde daraufhin ins Tierheim gebracht und dort habe ich ihn dann übernommen. Bei einem Arztbesuch vier Wochen später hatte sich die Entzündung bereits wieder verzogen. Man hat gemerkt, dass die Zuwendung ihm gutgetan hat.

Flirtet aktuell außer Ihren Katern Sammy und Shaky noch jemand mit Ihnen?
(Lacht) Mein Pferdchen, denn ich habe jetzt ein kleines Pferdchen. Der flirtet auch unheimlich gerne. Und mein Freund natürlich, ist ja klar.

Ist es für Ihren Freund schwer, bei der ganzen Tierliebe zurückzustecken?
Nein, das ist auch nicht so. Sammy hängt genauso an ihm, denn er ist ein Menschenkater.

Angelina Kirsch wollte überhaupt kein Model werden

Sie sind ja das bekannteste Curvy-Model Deutschlands. Steckt denn viel harte Arbeit hinter ihrer Figur?
Nö. (Lacht) Als ich damals angesprochen wurde, wollte ich ja gar kein Model werden. Ich dachte, ich sollte abnehmen. Als es dann hieß, ich soll Curvy-Model sein, wollte ich aber nicht zunehmen. Aber ich sollte genauso sein wie ich bin. Ich esse jetzt nicht maßlos, verbiete mir aber auch nicht alles. Ich mache gerne Sport und bin gerne draußen. Deshalb ist mein Körper so wie er ist. Ich sage auch immer allen, die Model werden wollen: Leute, überlegt euch das. Ihr müsst gewisse Erwartungen einhalten. Wenn in der Setcard steht, das sind die Maße, dann erwartet der Kunde auch, dass das hinkommt. Das gehört zu dem Job Model dazu. Aber man sollte aufpassen, denn es kann auch schnell kippen. Ich habe von Anfang an gesagt, der Job macht mir Spaß und man soll mich so nehmen, wie ich bin. Oder nicht! Ich würde nie für einen Job ab- oder zunehmen.

Empfinden Sie die Bezeichnung Curvy-Model eigentlich als Beleidigung oder erfüllt Sie das mit Stolz? Ist das in Zeiten von Body Positivity noch angemessen?
Für mich ist Curvy ein Attribut, etwas Positives. Frauen haben Kurven, egal ob große oder kleine. Deshalb bin ich gerne Curvy, das finde ich viel schöner als "Plus Size". Übergröße ist ein genauso blöder Begriff, denn was ist Übergröße? Das ist meine Größe.

Das macht Angelina Kirsch wütend

Bei Ihnen hat man den Eindruck, dass Sie immer gut gelaunt und am Strahlen sind. Gibt es denn auch eine grantige Angelina Kirsch?
(Schaut zu ihrer Assistentin) Hier wird genickt. Oh ja, wenn ich nichts zu essen bekomme. Ich bin auch ein ungeduldiger Mensch. Wenn irgendwas nicht funktioniert, das ich leisten könnte, dann werde ich grantig. Auch beim Autofahren platzt mir schon mal der Kragen, wenn vor mir einer entlang schleicht. Ich bin jetzt kein Bleifuß, aber man kann doch zügig über die Straße fahren und muss den Leuten doch nicht im Weg sein. Mein Papa hat aber immer gesagt: 'Jeder Tag ist nur einmal da'. Das habe ich für mich übernommen. Man hat die Wahl, etwas Gutes daraus zu machen oder was Schlechtes. Ich finde, jeder Tag ist ein Geschenk.

Sie sind ja auch als Moderatorin sehr erfolgreich, aktuell läuft die neue Staffel "The Taste". Haben Sie weitere Ambitionen, öffentlich in Erscheinung zu treten? Viele probieren sich ja auch in der Schauspielerei oder beim Gesang…
Ich mache gerne Musik, aber auf Instrumenten. Ich glaube nicht, dass ich Menschen mit meiner Stimme berühre, deshalb würde ich heute vom Gesang Abstand nehmen. Ich bin gerne eine Person der Öffentlichkeit und nehme mit, was ich so für Chancen kriege.

Angelina Kirsch im Dschungelcamp? "Ich möchte meinen Geschmack nicht mit Hoden kaputt machen"

Wäre Trash-TV denn was für Sie? Bald startet ja die neue Staffel Dschungelcamp.
Also, ich esse unheimlich gerne und möchte meinen Geschmack nicht mit irgendwelchen Känguruhoden kaputt machen. Da bin ich lieber bei "The Taste" und klaue Backstage hier und da einen Löffel.

Zum Abschluss nochmal zurück zur Aktion "Purina hilft": Spendieren Sie Ihren Tieren besonderes Futter?
Ich füttere gerne gutes Futter. Bei Sammy muss ich jedoch aufpassen, der bekommt eine besondere Diät. Er hatte Probleme mit Struvitsteinen, das ist weit verbreitetes Problem bei kastrierten Katzen. 

Hand aufs Herz: Haben Sie selbst mal Katzenfutter probiert?
(Lacht) Ja, das Trockenfutter, das riecht immer so gut. Da war ich aber noch klein, muss ich ehrlich sagen. Jetzt würde ich das auch nicht mehr machen.