Wiesnwirte bauen Lokale zu Mini-Zelten um: Auch Promi-Party geplant

In der Käfer-Schänke und im Franziskaner: Die Wirte bauen ihre Lokale zu Mini-Zelten um – auch den Almauftrieb gibt's in neuer Form. Die Hintergründe.
von  Kimberly Hagen, Steffen Trunk
Möchten ein Zeichen für die bayerische Lebensfreude setzen: Michael Käfer und Frau Clarissa.
Möchten ein Zeichen für die bayerische Lebensfreude setzen: Michael Käfer und Frau Clarissa. © dpa

Heuer findet, das weiß inzwischen die ganze Welt, kein Oktoberfest statt – doch auch trotz Corona gilt: A bisserl Wiesn geht immer. Und so haben sich allen voran zwei Wiesnwirte etwas Besonderes überlegt.

Wiesn 2020 ist abgesagt: Wirte haben Alternativ-Plan

Während die Innenstadt-Gastronome gerade die Wirtshaus-Wiesn planen, also Oktoberfest-Stimmung in den großen und kleineren Wirtshäusern ab dem 19. September, dem Ozapft-Samstag, anbieten – veranstaltet beispielsweise Wiesnwirt und Feinkost-König Michael Käfer bei sich in der Käfer-Schänke in der Prinzregentenstraße zwei Wochen lang "Koa Wiesn 2020 – A bisserl was geht immer". Wie das genau ausschaut?

Promi-Party "Almauftrieb" im Käfer-Stammhaus

Die Gäste können sich mittags oder abends einen Tisch reservieren, in Tracht gemütlich beisammen sitzen, Wiesn-Bier und -Schmankerl genießen. Käfer zur AZ: "Wir wollen ein bisserl Wiesn-Gefühl vermitteln, gerade in diesen besonderen Zeiten. Natürlich werden alle Hygieneregeln streng eingehalten, aber wir möchten ein Zeichen setzen für das bayerische Lebensgefühl und die Lebensfreude."

So gemütlich soll "Koa Wiesn" bei Käfer ausschauen: In einer Stube im Stammhaus stoßen Gäste in Tracht mit Wiesn-Bier an.
So gemütlich soll "Koa Wiesn" bei Käfer ausschauen: In einer Stube im Stammhaus stoßen Gäste in Tracht mit Wiesn-Bier an. © ho

200 bis 250 Gäste passen mit Abstand ins Käfer-Stammhaus, gerade die Stuben im ersten Stock mit jeweils zehn Gästen würden sich perfekt eignen, um "ganz unter sich" zu sein, so Käfer weiter. Außerdem gebe es getrennte Ein- und Ausgänge. Wilde Feiern möchte er nicht, wie er betont, stattdessen "eine gemütliche Wiesn-Gaudi".

Corona-Regeln gelten für die Gäste

Am 20. September findet sogar der legendäre und bei Promis stets beliebte Almauftrieb von PR-Experte Philip Greffenius während der "Koa Wiesn" bei Käfer statt – natürlich in neuer Form. Greffenius zur AZ: "Die Resonanz unserer Stammgäste ist bis heute durchweg positiv. Bis jetzt sind mehr als 50 Prozent der Gesamtreservierungsmöglichkeiten vergeben. Negativ hat sich bisher noch keiner geäußert. Ich denke, jedem ist klar, dass koa Wiesn auch koa Wiesn bedeutet!"

"Schützenfestzelt im Franziskaner" mit Wiesn-Bier

Also kein wildes Getanze und Gebussel mehr, dafür entspannt-zünftige An- und Abstands-Abende. So sieht es auch Wiesn-Wirt Mathias Reinbold, der unter dem Motto "Oktoberfest 2020 – Schützenfestzelt im Franziskaner" zu seiner kleinen Wiesn einlädt. Vom 19. September bis 4. Oktober verwandelt sich dann der Studentensaal vom Traditionslokal Zum Franziskaner in ein Mini-Wienszelt – inklusive Wiesn-Bier, Souvenir-Standl und Wiesn-Schmankerl.

Mathias Reinbold (l.) mit seiner Frau Anastasia, Vater Edi Reinbold und dessen Frau Petra (hier beim früheren Einzug der Wiesnwirte).
Mathias Reinbold (l.) mit seiner Frau Anastasia, Vater Edi Reinbold und dessen Frau Petra (hier beim früheren Einzug der Wiesnwirte). © imago

Zur AZ sagt Reinbold: "Seit ein paar Tagen nehmen wir die Reservierungen für unsere Wiesn-Alternative an und ich bin selbst ehrlich überrascht, wie positiv die Nachfrage ist. Gerade für Donnerstag, Freitag und Samstag sind wir fast schon ausreserviert." 40 Prozent weniger Plätze als sonst könne er wegen der Abstandsregeln im Franziskaner anbieten. Zusätzlich lässt Mathias Reinbold noch Trennwände herstellen: "Die Gesundheit aller Beteiligten geht natürlich vor. Aber ich freue mich sehr, wenn das bayerische Lebensgefühl etwas zurückkommt."

Almauftrieb im Käfer und Schwarzenegger im Marstall - Wiesn-Promis vom Sonntag

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