1. Todestag von Kobe Bryant: Darum wird sein Stern immer leuchten

Vor genau einem Jahr schockte der Tod von Kobe Bryant nicht nur die Sportwelt. Doch warum war der NBA-Superstar so viel mehr als nur ein erfolgreicher Athlet?
von  (dr/spot)
Kobe Bryant starb im Alter von 41 Jahren.
Kobe Bryant starb im Alter von 41 Jahren. © plavevski / Shutterstock.com

Am 26. Januar schockierte die Nachricht vom Tod des Basketball-Superstars Kobe Bryant (1978-2020) nicht nur Sportfans in den USA, sondern Abermillionen Menschen auf der ganzen Welt. Der bei einem Hubschrauberabsturz in der Nähe von Los Angeles zu Tode gekommene Bryant war viel mehr als eine Sport-Ikone. Deswegen wird sein Stern für immer leuchten.

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Der Basketball-Megastar

Fünf Meistertitel, 19 All-Star-Nominierungen, Olympische-Goldmedaille und die viertmeisten Punkte aller NBA-Spieler. Die Karriere von Black Mamba, so der Spitzname von Kobe Bryant, hätte kaum erfolgreicher sein können. Doch fernab seiner unglaublichen Leistungen auf dem Parkett faszinierte die Fans immer auch seine Treue zum Verein. Von 1996 bis 2016 schnürte er seine Schuhe ununterbrochen für die Los Angeles Lakers.

Das Saubermann-Image

Nicht nur sein unglaubliches Talent, sondern gerade auch diese Treue zu den Lakers verschaffte ihm unglaublich viel Respekt auf der ganzen Welt. Zwar spielte er schon beim über lange Strecken besten Team der Welt und wurde dort auch mit stattlichen Verträgen ausgestattet, dennoch haftete ihm nie der Verdacht an, ein Raffzahn zu sein, der möglichst viel Geld in seiner Karriere verdienen wolle. Auch in schlechteren Jahren liebäugelte er nie mit einem Wechsel.

Der Ehrgeizling

Bryant wurde entgegen anderen NBA-Superstars eine unglaubliche Akribie, ein schier unmenschlicher Ehrgeiz, ein unfassbarer Trainingsfleiß nachgesagt. Viele Teamkollegen bestätigten immer wieder, dass Bryant wie ein Berserker trainiere, sich tagelang auf die Gegner vorbereite und nichts mehr auf dieser Welt hasse, als zu verlieren. Er glaubte an die harte Arbeit, die belohnt wird.

Der Beinahe-Niedergang

Eine Geschichte wurde Kobe Bryant in der öffentlichen Wahrnehmung aber dann doch beinahe zum Verhängnis: Im Sommer 2003 wurde er in Colorado verhaftet. Eine 19-Jährige beschuldigte ihn der Vergewaltigung. Der aufstrebende Superstar bestreitet die Vorwürfe bis heute, räumte jedoch ein, Ehebruch begangen zu haben. Er entschuldigte sich und einigte sich mit dem vermeintlichen Opfer auf eine außergerichtliche Zahlung. Damals verlor er sämtliche Werbeverträge und musste sich seine Reputation erst wieder erarbeiten.

Viele Seitensprünge?

Einige Jahre später hatte die Öffentlichkeit ihm verziehen, die Eskapade vergessen. Vielmehr stand nun seine Ehe wieder im Vordergrund: Bereits im Jahr 2001 heiratete Black Mamba seine Jungendliebe Vanessa Laine, die auch während des Skandals um die vermeintliche Vergewaltigung an seiner Seite blieb. Doch es häuften sich Berichte über weitere Seitensprünge und Affären. 2011 reichte sie die Scheidung ein, 2013 fanden die beiden aber wieder zueinander - bis zu seinem Tod.

Der treusorgende Vater

Trotz dieser außerehelichen Affären-Berichte wurde Bryant aber immer als liebevoller Vater in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Gemeinsam mit Vanessa hatte er insgesamt vier Töchter, mit denen er sich auch immer wieder bei Auftritten vor der Presse oder in den Basketball-Arenen zeigte. Beim Hubschrauberabsturz starb neben ihm auch seine 13-jährige Tochter Gianna. Beide waren auf dem Weg zu einem Basketballspiel der Nachwuchssportlerin.

Oscar- und Emmy-Gewinner

Alles was Bryant anfasste, schien erfolgreich zu werden. Für den US-amerikanischen Zeichentrickfilm "Dear Basketball" steuerte er das Drehbuch bei und trat als Erzählstimme in Erscheinung. Der Lohn: Er durfte sich nach der Oscarverleihung 2018 offiziell Oscarpreisträger nennen. Der Film gewann als Bester animierter Kurzfilm. Nebenbei gab es auch noch einen Annie- und einen Emmy-Award für Bryant.

Doch dem Megastar blieb die Fortsetzung seiner Erfolgsgeschichte verwehrt. Schlechtes Wetter und ein übermütiger Pilot scheinen ihn beim Hubschrauberabsturz zum Verhängnis geworden zu sein. Die Welt verlor bei dem Unglück mehr als nur einen Sportstar, sondern eine Identifikationsfigur einer ganzen Generation. Sein Name wird somit wohl niemals in Vergessenheit geraten.