Zwei Menschen ertrinken vor Lesbos

Zwei Frauen ertrinken vor der griechischen Insel Lesbos. Migrationsminister Notis Mitarakis erhebt daraufhin schwere Vorwürfe gegen die Türkei.
| dpa
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Von der Küste von Behramkale (auch bekannt als Assos) ist die griechische Insel Lesbos zu erkennen. Behramkale gehört zum Landkreis Ayvacik, von hier aus fahren die meisten Flüchtlingsboote los.
Von der Küste von Behramkale (auch bekannt als Assos) ist die griechische Insel Lesbos zu erkennen. Behramkale gehört zum Landkreis Ayvacik, von hier aus fahren die meisten Flüchtlingsboote los. © picture alliance / dpa
Athen

Beim Kentern eines Bootes mit 34 Migranten an Bord sind am Mittwoch vor der griechischen Insel Lesbos zwei Frauen ertrunken. 32 andere Menschen, darunter auch vier Kinder, seien von der griechischen Küstenwache gerettet worden, berichtete der staatliche Rundfunk (ERT-Nordägäis).

Für das Unglück sei die Türkei verantwortlich, sagte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis.

Die Besatzung eines Bootes der türkischen Küstenwache entdeckte Mitarakis zufolge das Boot der Migranten, als es sich noch in türkischen Hoheitsgewässern befand. Es sei aber versäumt worden, den Menschen zu helfen. "Diejenigen, die dies erlauben, verletzen nicht nur das EU-Türkei Abkommen. Sie setzen auch Menschen in Lebensgefahr", erklärte der Migrationsminister weiter. Daran seien auch einige Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beteiligt, monierte er. Er trauere über den Verlust von Menschenleben.

Schleuser versuchen immer wieder, Migranten von der türkischen Ägäisküste zu den griechischen Inseln und damit in die EU zu bringen. Die Türkei hatte 2016 mit der EU vereinbart, diese Überfahrten zu stoppen. Dafür erhielt und erhält Ankara finanzielle Unterstützung in Milliardenhhöhe.

Bis zum 29. November haben nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) 9450 Migranten übergesetzt. Die Zahl der Migranten ist wegen scharfer Kontrollen der griechischen Küstenwache dieses Jahr stark zurückgegangen. Im Vorjahr hatten knapp 60.000 Menschen auf dem Seeweg die griechischen Inseln im Osten der Ägäis erreicht. 70 Menschen sind dabei nach UNHCR-Angaben ertrunken.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-544203/2

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