US-Immunologe Fauci will nicht für Trump-Werbung herhalten

Anthony Fauci sieht Äußerungen von sich in einem Trump-Clip "komplett" aus dem Zusammenhang gerissen. Seine Forderung: Das Video muss entfernt werden.
| dpa
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Der US-Immunologe Anthony Fauci will nicht länger für Wahlwerbung des US-Präsidenten Donald Trump herhalten.
Der US-Immunologe Anthony Fauci will nicht länger für Wahlwerbung des US-Präsidenten Donald Trump herhalten. © Carolyn Kaster/AP/dpa
Washington

Der prominente US-Immunologe Anthony Fauci will nicht für Wahlwerbung von Präsident Donald Trump herhalten.

Das Wahlkampfteam des Republikaners solle ein Wahlwerbevideo, für das Äußerungen Faucis ohne dessen Zustimmung und zusammenhangslos verwendet wurden, nicht weiter nutzen, sagte der Gesundheitsexperte am Montag dem Sender CNN.

"Ich denke, es ist wirklich bedauerlich und wirklich enttäuschend, dass sie das getan haben. Es ist so klar, dass ich kein politischer Mensch bin. Und ich habe nie - weder direkt noch indirekt - einen politischen Kandidaten unterstützt."

In einem Trump-Werbespot wurde ein Interview-Zitat Faucis verwendet, das den Eindruck erweckt, als würde er sagen, dass im Kampf gegen das Coronavirus niemand mehr hätte tun können als Trump. Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und Teil der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses.

Fauci erneuerte am Montag seine Kritik, die Äußerungen aus einem im März veröffentlichten Interview seien "komplett" aus dem Zusammenhang gerissen worden. Fauci nannte es "ungeheuerlich", sollte das Wahlkampfteam Trumps erwägen, ihn für weitere Wahlwerbung zu nutzen. "Das könnte für sie tatsächlich nach hinten losgehen."

Zudem äußerte sich der Immunologe kritisch über Wahlkampfveranstaltungen, von denen Trump allein in dieser Woche vier Stück abhalten will. "Wir wissen, dass das zu Problemen führt", sagte Fauci mit Blick auf Ansammlungen vieler Menschen ohne Maske. Angesichts rasch steigender Infektionszahlen in vielen Teilen der USA sei dies noch problematischer.

Trump, der sich kürzlich mit dem Coronavirus angesteckt hatte, bewirbt sich am 3. November um seine Wiederwahl. In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern gibt es rund 7,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Rund 215 000 Menschen starben nach einer Infektion.

© dpa-infocom, dpa:201013-99-922989/2

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