G20 beraten in Rom über Corona-Pandemie

Zukünftige Pandemien verhindern oder zumindest besser darauf vorbereitet sein: Dieses Ziel haben die Gesundheitsminister der G20-Staaten bei ihrem Treffen in Rom.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht am Rande des G20-Treffens der Gesundheitsminister mit Journalisten.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht am Rande des G20-Treffens der Gesundheitsminister mit Journalisten. © Johannes Neudecker/
Rom

Die Gesundheitsminister der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G20) wollen sich für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen weltweit einsetzen.

Die Bedingungen seien gegeben, um dafür einen "Pakt von Rom" zu vereinbaren, erklärte Italiens Gesundheitsminister, Roberto Speranza, am Sonntagabend in Rom. Ein verpflichtender Punkt der Vereinbarung sei, Bedingungen zu schaffen, unter denen es ein Recht aller auf Impfungen gebe und sie nicht das Privileg weniger seien. Es herrsche ein sehr starkes Ungleichgewicht, so Speranza. Die reichsten Länder hätten mittlerweile sehr deutliche Impfraten, andere Länder hinkten hinterher. Italien hält derzeit den G20-Vorsitz.

100 Millionen Impfdosen aus Deutschland

Deutschland will laut Gesundheitsminister Jens Spahn bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen in der internationalen Corona-Impfkampagne zur Verfügung stellen. "Das ist so viel wie wir bisher auch in unserem Land verimpft haben", sagte der CDU-Politiker am Rande des Treffens. Ziel sei es, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent der Weltbevölkerung geimpft zu haben. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten.

Russland forderte die G20-Staaten indes zur gegenseitigen Anerkennung digitaler Corona-Impfpässe auf. Es sei wichtig, gemeinsame Konzepte für das grenzüberschreitende Reisen Geimpfter zu entwickeln, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko seinem Ministerium zufolge. "Zu diesem Zweck ist es wichtig, die gegenseitige Anerkennung der Impfung (...) in Betracht zu ziehen."

Gemeinsame Erklärung erwartet

Im Mittelpunkt des zweitägigen G20-Treffens der Gesundheitsminister steht die Corona-Pandemie. Am Ende der Konferenz wird eine gemeinsame Erklärung erwartet. Die Minister wollen über weitere Schritte in der Pandemie beraten und über Wege sprechen, wissenschaftliche Erkenntnisse auf der Welt besser zugänglich zu machen. Das Ziel sei "eine starke Botschaft der Zusammenarbeit, Solidarität und Gerechtigkeit, unter der Überzeugung, dass niemand abgehängt wird", hieß es von den Veranstaltern in Italien. Zudem soll beraten werden, wie man eine zukünftige Pandemie verhindern beziehungsweise sich besser darauf vorbereiten kann.

Spahn und Speranza betonten, wie wichtig das Impfen nun für die Entwicklung in den kommenden Monaten sei. "Jetzt im September entscheiden wir darüber, und zwar in Deutschland und Europa, wie sicher wir durch Herbst und Winter kommen", sagte Spahn. Um sicher durch die nächsten Monate zu kommen, brauche es "noch fünf Millionen Impfungen und mehr in Deutschland".

© dpa-infocom, dpa:210905-99-97938/6

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen