Tigray-Rebellen sollen Hilfsgüter geplündert haben

Im Konflikt zwischen der Volksbefreiungsfront Tigray im Norden Äthiopiens und der Zentralregierung wird beiden Seiten vorgeworfen, humanitäre Hilfe zu untergraben. Nun sind weitere Regionen betroffen.
| dpa
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Flüchtlinge aus der äthiopischen Konfliktregion Tigray.
Flüchtlinge aus der äthiopischen Konfliktregion Tigray. © Marwan Ali/AP/dpa
Nairobi

Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) sollen im umkämpften Norden Äthiopiens in den vergangenen Wochen Lagerhäuser mit Hilfsgütern geplündert haben.

Diesen Vorwurf erhob Sean Jones, der Leiter der US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit (USAID) in Äthiopien, im Staatsfernsehen. Die TPLF sei opportunistisch und habe in der Region Amhara jedes Lager geplündert, sagte Jones. Einem später von der US-Botschaft veröffentlichten Transkript des vollständigen Interviews zufolge warf Jones auch regierungstreuen Soldaten vor, vor einigen Monaten in Tigray Hilfsgüter gestohlen zu haben.

Der Konflikt zwischen der TPLF und der Zentralregierung hat sich in den vergangenen Wochen auf die Nachbarregionen Afar und Amhara ausgeweitet. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 5,2 Millionen Menschen im Norden des Landes auf humanitäre Hilfe angewiesen, mehr als 400.000 sind vom Hungertod bedroht. Seit Monaten haben Hilfsorganisationen wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden keinen vollen Zugang zu den Notleidenden. Beiden Konfliktparteien wird vorgeworfen, humanitäre Hilfe zu untergraben.

Die Zentralregierung in Addis Abeba hatte im November eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin dort an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Nach einem sechswöchigen Waffenstillstand, hatte Premierminister Abiy Ahmed die Armee und alliierte Milizen am 10. August aufgefordert, erneut gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) vorzugehen.

© dpa-infocom, dpa:210901-99-52366/4

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