Südafrika: Deutsche Finanzhilfe für Impfstoffproduktion

Die Corona-Krise ist eine weltweite - und das gilt auch für den Weg heraus. Um Impfungen in Afrika zu beschleunigen, macht Gesundheitsminister Spahn bei einem Besuch am Kap eine Millionen-Hilfszusage.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (r) nehmen am Auftakttreffen der "Initiative for the Future of Vaccines in Africa" an der Universität von Pretoria teil.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron (r) nehmen am Auftakttreffen der "Initiative for the Future of Vaccines in Africa" an der Universität von Pretoria teil. © Christoph Soeder/dpa
Pretoria

Deutschland will Südafrika beim Aufbau einer eigenen Corona-Impfstoffproduktion auch für den ganzen Kontinent finanziell unterstützen.

Die Bundesregierung sei bereit, bis zu 50 Millionen Euro bereitzustellen, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag bei einer Veranstaltung in der Hauptstadt Pretoria. Gemeinsames Anliegen auch mit Frankreich und der Europäischen Union sei es, den nötigen Technologietransfer zu unterstützen. Derzeit importiere Afrika 99 Prozent der Impfstoffe.

Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron forderte mehr Transparenz und Verantwortlichkeit bei Impfstofflieferungen für ärmere Länder. Es sei wichtig zu wissen, wann wie viele Dosen in welches Land geliefert werden, sagte Macron bei der Veranstaltung in der Universität Pretoria. Mehr Transparenz sei auch bei Preisen für Impfstoffe nötig. "Das ist der beste Weg, öffentliches Geld nicht zu verschwenden." Hindernisse für den Zugang zu Impfstoffen müssten beseitigt werden, dazu gehörten auch Exportbeschränkungen.

Spahn gegen Aufhebung des Patentschutzes

Differenzen wurden in der Frage einer Lockerung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe deutlich. Spahn sagte bei einem vorherigen Termin in Johannesburg: "Eine freiwillige Kooperation aus Überzeugung ist immer effektiver als eine erzwungene." Deutsche Impfstoffentwickler wollten mit anderen Herstellern in der Welt zusammenarbeiten. "Wir möchten Sie dabei unterstützen." Macron sprach sich dafür aus, für die Dauer der Pandemie Patentrechte für Impfstoffe auszusetzen, wo immer sie ein Hindernis seien.

Spahn traf zu Beginn seines zweitägigen Besuchs mit seinem Amtskollegen Zweli Mkhize zusammen, der über den aktuellen Stand der Pandemie in dem 59-Millionen-Einwohner-Land informierte. Für Urlauber aus Deutschland gelten strenge Reisevorgaben wegen einer in Südafrika verbreiteten Variante des Coronavirus. Im Institut für übertragbare Krankheiten in Johannesburg führte ein Rundgang auch zu einem von Deutschland finanzierten Analysegerät für PCR-Tests.

Hintergrund von Spahns Besuch sind auch Ankündigungen der EU, Herstellung und Zugang zu Impfstoffen in Afrika zu fördern. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte vergangene Woche angekündigt, dass die EU mit einer Milliarde Euro den Bau von Standorten unterstützen werde.

© dpa-infocom, dpa:210528-99-781398/2

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen