So brutal ging die Polizei gegen die Flüchtlinge vor

Erst vor wenigen Stunden sorgte ein Video über einen aufgebrachten, ausländerfeindlichen Mob in Sachsen für Aufsehen. Jetzt beweist ein neuer Clip: Die Flüchtlinge hatten nicht nur vor den Rechten Angst, sondern auch vor der Polizei.
von  az
Das zweite Video aus Clausnitz dokumentiert das brutale Vorgehen der Polizei gegen verängstigte Flüchtlinge.
Das zweite Video aus Clausnitz dokumentiert das brutale Vorgehen der Polizei gegen verängstigte Flüchtlinge. © Frank Stollberg

Clausnitz – Als der Bus mit Flüchtlingen in Clausnitz im Erzgebirge eintraf, wartete dort bereits ein Mob aus rund 100 Personen, die unter anderem "Wir sind das Volk" und "Ausländer raus" skandierten. Dies führte dazu, dass sich die Frauen und Kinder nicht trauten, aus dem Bus auszusteigen.

Lesen Sie hier: Beschämendes Video - Wütender Mob verängstigt Flüchtlinge

Ein zweites Video von derselben Szene zeigt jetzt, dass die Polizei mit unnachgiebigem Vorgehen zur Verschüchterung der Flüchtlinge massiv beitrug. Der Clip setzt wenige Sekunden vor dem ursprünglichen Video ein und beweist, dass die Polizei der Situation völlig hilflos und überfordert gegenüber stand.

Als es nicht gelingt, die Flüchtlinge zum Aussteigen aus dem Bus zu bewegen, greift die Staatsgewalt rigoros zu. Ein Kind wird brutal gepackt, in den Schwitzkasten genommen und dann aus dem Bus in die Asylbewerber-Unterkunft geschleift!

Anschließend sieht man den bereits aus dem ersten Video bekannten jugendlichen Flüchtling mit der blauen Jacke und versteht: Sein panisches Hilfesuchen bei einem der Betreuer und seine Tränen wurden nicht nur durch den braunen Mob, sondern auch durch das brutale Verhalten der Polizei ausgelöst.

Sachsens Innenminister Markus Ulbig bezeichnete das Verhalten der Demonstranten als "zutiefst beschämend". Es bleibt abzuwarten, wie er das Vorgehen seiner Einsatzkräfte beurteilt.

 
 

Polizei Sachsen in #clausnitz ... Umgang mit verängstigten Flüchtlingskindern. #kaltland

Posted by Frank Stollberg on Freitag, 19. Februar 2016