Scholz: Waren Versuchskaninchen - und es ist gut gegangen

Kann Olaf Scholz mit seiner flapsigen Wortwahl beim Thema Impfungen bislang unwillige Menschen umstimmen? Oder senkt er damit das Vertrauen in die Wirksamkeit der Impfstoffe, wie Paul Ziemiak findet?
| dpa
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SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einem "Zukunftsgespräch" mit Bürgerinnen und Bürgern.
SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einem "Zukunftsgespräch" mit Bürgerinnen und Bürgern. © Wolfgang Kumm/dpa
Oberhausen

Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat mit ungewöhnlichen Worten für das Impfen gegen Covid-19 geworben.

"50 Millionen sind jetzt zwei Mal geimpft. Wir waren ja alle die Versuchskaninchen für diejenigen, die bisher abgewartet haben. Deshalb sage ich als einer dieser 50 Millionen – es ist gut gegangen! Bitte macht mit", sagte Scholz in einem Interview der NRW-Lokalradios.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak kritisierte Scholz für dessen Wortwahl. "Wer (...) 50 Millionen geimpfte Bürgerinnen und Bürger als Versuchskaninchen bezeichnet, senkt das Vertrauen in die Wirksamkeit des Impfstoffes", sagte Ziemiak "Focus Online". Von einem Vizekanzler müsse man bei einem solch sensiblen Thema Ernsthaftigkeit und eine sorgfältige Wortwahl erwarten können.

Scholz hatte bereits vor einer Woche bei einer Wahlkampfveranstaltung dazu aufgerufen, Ungeimpfte von der Impfung zu überzeugen, und sich dabei ähnlich geäußert: "Wir alle waren gerne eure Versuchskaninchen – bei uns ist das mit der Impfung gut gegangen, jetzt bitte macht es auch."

Bei den NRW-Lokalradios bestätigte Scholz einer Mitteilung des Senderverbunds zufolge die Pläne der großen Koalition zur Auskunftspflicht über den Impfstatus von Beschäftigten in Kitas, Schulen und Pflegeheimen gegenüber dem Arbeitgeber. In der Diskussion, wie man für besonders schützenswerte Gruppen der Bevölkerung den Schutz verbessern könne, "dient natürlich auch solch eine Möglichkeit, den Status abzufragen, der dann auch insbesondere Möglichkeiten schafft, dass von den Testangeboten viel Gebrauch gemacht wird", so Scholz.

Einer Ausweitung auf alle Berufsgruppen erteilte der SPD-Politiker jedoch eine Absage. "Das ist ein ganz erheblicher Eingriff." Die grundsätzliche Regelung, dass Arbeitnehmer ihrem Arbeitgeber keine Auskünfte über eigene gesundheitliche Aspekte geben müssen, bezeichnete Scholz als "vernünftig".

Das Interview soll am Samstag (4. September) ab 13.00 Uhr bei den 45 NRW-Lokalradios - darunter Antenne Düsseldorf oder Radio Köln - ausgestrahlt werden.

© dpa-infocom, dpa:210903-99-86735/3

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