Rechte Ausschreitungen in Chemnitz: Mann zeigt Hitlergruß live im TV

In Chemnitz kommt den zweiten Tag in Folge zu massiven Demonstrationen. Die Polizei wirkt überfordert, der Mob auf der Straße tobt. In einer Live-Fernsehschalte zeigt ein Mann den Hitlergruß.
von  AZ/ls, dpa
Hitlergrüße wurden gezeigt oder, wie hier, mit anderen Körperteilen seine Meinung kundgetan.
Hitlergrüße wurden gezeigt oder, wie hier, mit anderen Körperteilen seine Meinung kundgetan. © imago/Michael Trammer

Chemnitz - Es sind erschreckende Bilder, die am Montagabend aus Chemnitz in Sachsen in alle Welt gesendet werden: ein Demonstrationszug von Rechten, hunderte linke Gegendemonstranten und dazwischen die Polizei, die die Lage nur schwer in den Griff bekommt.

Am Tag danach ermitteln die sächsischen Beamten nach eigenen Aussagen gegen zehn Menschen, die den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Ihnen wird das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen. Von mehreren Personen seien die Personalien aufgenommen worden. Ein Polizeisprecher sagte auf Nachfrage, dass es keine Festnahmen gegeben habe.

Tausende Rechte und Linke demonstrieren - sechs Verletzte

Mann zeigt Hitlergruß live im TV

Im Netz kursieren zahlreiche Bilder und Videos von Menschen, die den Hitlergruß zeigten - teils direkt vor den Beamten. Zudem sorgt ein Video für Aufsehen. Darin zu sehen: Drei Männer, die in eine Live-Schalte des Fernsehsenders RTL platzen. Einer von ihnen zeigt gleich zweimal den Hitlergruß, mit den Worten "Grüße!".

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

Anzeige für den Anbieter Twitter über den Consent-Anbieter verweigert

Neben den Hitlergrüßen gab es zuvor auch fliegende Flaschen und Feuerwerkskörper. Es kam zu Zusammenstößen zwischen den Rechten und den linken Gegendemonstranten, laut Polizei wurden mindestens sechs Menschen verletzt.

Polizei wirkt überfordert

Zwar hatte die Chemnitzer Polizeipräsidentin noch versichert, man sei "gut vorbereitet" und habe "ausreichend Kräfte" im Einsatz. Die Lage vor Ort wirkte allerdings nicht so, als habe sie die Polizei im Griff. Ein Sprecher räumte dann auch am Abend noch ein, dass die Polizei nicht mit solch einer hohen Zahl von Demonstraten gerechnet habe.

Auslöser für die Kundgebungen sowie die gewalttätigen Übergriffe auf Ausländer am Sonntag war, dass ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden war. Zwei Tatverdächtige aus Syrien und dem Irak sitzen in Untersuchungshaft.

Die Ausschreitungen von Chemnitz im Video