Putin angelt, Merkel lauscht: Politiker im Urlaub

So unterschiedlich wie ihr Regierungsstil ist auch ihr Urlaub. Wladimir Putin demonstriert in Sibirien seine Männlichkeit, Angela Merkel wandert in Südtirol und besucht eine Opernpremiere. Beide allerdings mit besonderem Outfit.
von  AZ/ls
Bundeskanzlerin Merkel bei den Salzburger Festspielen. Sie überraschte mit ihrem Outfit.
Bundeskanzlerin Merkel bei den Salzburger Festspielen. Sie überraschte mit ihrem Outfit. © dpa

Da ist er wieder, der nackte Oberkörper des russischen Präsidenten. Mit ausgebreiteten Armen steht Wladimir Putin auf einem Floß in der Sommersonne im tiefsten Sibirien, einen dicken Fisch in der linken Hand. Andere offizielle Bilder zeigen Putin im Militär-Taucheranzug und Harpune oder mit seinem Verteidigungsminister (auch wahlweise entblößt oder mit Camouflage-Outfit) beim Sinnieren in tiefster sibirischer Wildnis.

Wie kaum ein anderes Staatsoberhaupt liebt der 64-jährige Putin die medienwirksame Inszenierung seines Körpers und seiner Männlichkeit. "Das war ein sehr kurzer aber reichhaltiger Urlaub", erzählt Kremlsprecher Dmitri Peskow Agenturen über den Ausflug von Anfang August. Putin sei unter anderem im See geschwommen, Motorboot und Quad gefahren. Zwei Stunden habe Putin im Taucheranzug mit einer Harpune einen Hecht gejagt. "Zwei Mal habe ich auf ihn geschossen, beim ersten Mal hat es nicht gereicht", sagt Putin der Komsomolskaja Prawda zufolge.

Bei seinen Tauchgängen trug Putin eine GoPro auf dem Kopf, während dem Angeln war der Kreml-Videomann hautnah dabei. Die Bilder sind dementsprechend heroisch.

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Merkel wandert in Südtirol

Ganz anders der Urlaub von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Zwar ist auch sie in der Natur (Südtirol statt Sibirien), allerdings nicht oben ohne und schon gar nicht mit offiziellem Pressefotografen an ihrer Seite. Und während Putin also Fische fängt, lauscht Merkel klassischer Musik. Am Samstagabend hat sie die Premiere von "Lady Macbeth von Mzensk" bei den Salzburger Festspielen besucht.

Für Aufsehen sorgte sie da aber auch mit ihrem Outfit. Die Bundeskanzlerin kam in schwarzer Hose und einem mehrfarbigen Kimono. Dazu wählte die Regierungschefin schwarze Schuhe und eine kleine schwarze Handtasche.

Merkel trug das Outfit bereits 2008 bei der Festspielaufführung "Romeo und Juliette" und 2014 bei einem Konzert des bekannten österreichischen Pianisten Rudolf Buchbinder (Putin wählte sein "Oben-Ohne"-Outfit allerdings auch schon mehrmals). Merkel reist traditionell jedes Jahr in die Mozartstadt, um sich Aufführungen und Inszenierungen anzusehen. Dafür unterbricht die CDU-Chefin ihren Wanderurlaub mit ihrem Mann Joachim Sauer (68) in den Südtiroler Bergen.

Und: Die Musik zu "Lady Macbeth von Mzensk" komponierte der Russe Dmitri Schostakowitsch. Das gefällt sicherlich auch Wladimir Putin.