Proteste im Iran wegen Wassermangels

Es sind nicht die ersten größeren Proteste gegen die iranische Regierung in diesem Monat: Erst waren es Stromausfälle, jetzt ist Wassermangel der Auslöser. Präsident Ruhani gibt den USA die Schuld.
| dpa
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Irans Präsident Hassan Ruhani macht die USA für die marode Infrastruktur im Land verantwortlich.
Irans Präsident Hassan Ruhani macht die USA für die marode Infrastruktur im Land verantwortlich. © ---/Office of the Iranian Presidency/AP/dpa/Archivbild
Teheran

– In mehreren Städten im Südwesten des Irans ist es wegen kontinuierlichen Wassermangels zu Protesten gekommen. Die Regierung entsandte daher am Freitag eine Delegation mit Vertretern des Innen-, Energie- und Landwirtschaftsministeriums in die Provinz Chusestan.

Sie solle die Lage vor Ort überprüfen und in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden umgehend für eine Lösung der Probleme sorgen, sagte der Stabschef des Präsidialamtes, Mahmud Waesi, der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Bei den Protesten in der Provinz Chusestan soll es auch zu politischen Parolen gegen das islamische System gekommen sein. Ebenso war von Zusammenstößen zwischen Demonstranten sowie Polizei- und Sicherheitskräften die Rede – sowie auch von einigen Festnahmen. Offiziell wurden diese Informationen bislang nicht bestätigt. Bei der iranischen Regierung gibt es jedoch Befürchtungen, dass sich die Proteste auf andere Provinzen des Landes ausweiten könnten.

Wassermangel sowie Stromausfälle gab es in den letzten Wochen landesweit, aber besonders schlimm war es in der Provinz Chusestan mit Temperaturen bis zu 50 Grad. Die Ausfälle trafen auch die regionale Landwirtschaft. Der Iran erlebt derzeit erneut eine heftige Dürrewelle. Aber auch die Regierung wird kritisiert, weil sie die in der Zwischenzeit veraltete Infrastruktur nicht erneuert hat.

Präsident Hassan Ruhani schiebt die Schuld auf die US-Sanktionen, die in den letzten Jahren das eigentlich ölreiche Land in eine schwere Wirtschaftskrise gestürzt haben. Diese sollen laut Ruhani auch keinen Raum für neue Finanzierungen und die Modernisierung der Infrastruktur gelassen haben.

© dpa-infocom, dpa:210716-99-412286/2

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