Proteste gegen Militärs in Myanmar reißen nicht ab

Erneut protestieren in Myanmar Tausende gegen den Militärputsch. Während die Junta jeden Widerstand zu brechen versucht, fordern die UN mehr internationalen Druck auf das Militär.
| dpa
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Ein Protestteilnehmer hält während einer Demonstration in Yangon eine Flagge hoch, auf der das Drei-Finger-Zeichen des Widerstandes zu sehen ist.
Ein Protestteilnehmer hält während einer Demonstration in Yangon eine Flagge hoch, auf der das Drei-Finger-Zeichen des Widerstandes zu sehen ist. © Uncredited/AP/dpa
Yangon/Genf

Mehr als drei Monate nach dem Putsch in Myanmar haben Tausende Menschen ihre Proteste gegen die Militärregierung fortgesetzt.

"Heute sind es 100 Tage seit dem Putsch, und das Land stirbt unter der Kontrolle von (Junta-Chef) Min Aung Hlaing, der nie an unsere Bevölkerung denkt", sagte Demonstrant Kyaw Theht am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur bei Protesten in der Großstadt Yangon. Auch in anderen Städten wie Mandalay oder Dawei gingen wieder Menschen für Freiheit und Demokratie auf die Straßen.

Das Militär hatte am 1. Februar geputscht und Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. Seither versinkt das südostasiatische Land in Chaos und Gewalt. Die Armee versucht, jeden Widerstand brutal zu unterdrücken. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Umsturz mindestens 781 Menschen getötet. Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf erklärte, die Menschenrechte würden in Myanmar mit Füßen getreten. Zugleich forderte es mehr internationalen Druck.

Unterdessen wurden in Thailand drei aus Myanmar geflüchtete Journalisten des Online-Mediums und Senders Democratic Voice of Burma (DVB, Demokratische Stimme Birmas) festgenommen, die über die Proteste berichtet hatten. Ihnen wird vorgeworfen, illegal nach Thailand eingereist zu sein. Der Sender appellierte an die Behörden, sie nicht zurückzuschicken. Ihre Leben seien in Myanmar in ernsthafter Gefahr, hieß es. Im früheren Birma hat das Militär bereits mehreren Medienorganisationen die Lizenz entzogen. Dutzende Journalisten sollen festgenommen worden sein.

© dpa-infocom, dpa:210511-99-558787/2

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