Prognose Altmaiers: Stromverbrauch bis 2030 steigt deutlich

Rund elf Prozent mehr als im Jahr 2018: der Stromverbrauch wird nach einer Analyse in den nächsten Jahren neun Jahren deutlich ansteigen. Was sind Haupttreiber für den Anstieg?
| dpa
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Der Bruttostromverbrauch wird im Jahr 2030 auf 658 Terawattstunden geschätzt (Symbolbild).
Der Bruttostromverbrauch wird im Jahr 2030 auf 658 Terawattstunden geschätzt (Symbolbild). © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Berlin

In Deutschland steigt der Stromverbrauch bis 2030 nach einer detaillierten Analyse im Auftrag des Wirtschaftsministeriums deutlich an.

Demnach wird der Bruttostromverbrauch im Jahr 2030 auf 658 Terawattstunden geschätzt. Das sind rund elf Prozent mehr als im Jahr 2018, wie aus der vom geschäftsführenden Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorgelegten Analyse hervorgeht. Sie basiert auf Szenariorechnungen des Instituts Prognos.

Damit wurden erste Berechnungen von Mitte Juli präzisiert. Damals kam das Institut zum Ergebnis, dass der Stromverbrauch 2030 zwischen 645 und 665 Terawattstunden liegt.

Die neue Analyse kommt mitten in den Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP. Der zusätzliche Strom soll wegen der Bemühungen für mehr Klimaschutz vor allem aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne kommen. Dafür sind mehr Wind- und Solaranlagen notwendig. Bei deren Ausbau gibt es aber derzeit viele Hemmnisse.

Haupttreiber für den Anstieg des Stromverbrauchs sind laut Analyse ein steigender Anteil der E-Mobilität und von elektrischen Wärmepumpen in Gebäuden - sowie die Erzeugung von Elektrolyse-Wasserstoff und die Produktion von Batterien. Eine steigende Stromeffizienz und der rückläufige Kraftwerkseigenverbrauch aufgrund des Ausstiegs aus Kernenergie und Kohle dämpften den Anstieg des Stromverbrauchs.

Im Juni hatte Altmaier angekündigt, den Stromverbrauch 2030 neu berechnen zu lassen. Branchenverbände hatten schon lange vorhergesagt, 2030 werde viel mehr Strom benötigt als bisher von der Regierung angenommen. Die neue Berechnung sei nötig geworden auch durch höhere Klimaziele auf EU-Ebene und in Deutschland, hatte Altmaier gesagt.

© dpa-infocom, dpa:211116-99-17502/2

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