Polizei: Mann aus Eritrea zündete sich selbst an

Der Brand in einer Asylunterkunft im thüringischen Saalfeld ist offenbar geklärt: Ein 29-jähriger Mann aus Eritrea steckte sich selbst in Brand und sorgte damit für eine Evakuierung des Gebäudes.
von  dpa
Bestatter bergen den Toten aus dem Asylbewerberheim in Saalfeld.
Bestatter bergen den Toten aus dem Asylbewerberheim in Saalfeld. © dpa

Der Brand in einer Asylunterkunft im thüringischen Saalfeld ist offenbar geklärt: Ein 29-jähriger Mann aus Eritrea steckte sich selbst in Brand und sorgte damit für eine Evakuierung des Gebäudes.

Saalfeld - Nach dem Tod eines Heimbewohners aus Eritrea in einer Asylbewerberunterkunft schließt die Polizei einen fremdenfeindlichen Brandanschlag auf das Gebäude aus.

Die Ermittler gehen vielmehr davon aus, dass der 29-Jährige das Feuer in Saalfeld selbst gelegt und sich so das Leben genommen hat. "Es gibt keine Spuren einer äußeren Gewalteinwirkung am Leichnam", teilte Polizeisprecherin Heidi Sonnenschmidt nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung mit.

Lesen Sie hier: Hammer-Prognose: 1,5 Millionen im Jahr 2015 - Fast doppelt so viele Flüchtlinge als bisher gedacht

Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Mann an einer Rauchvergiftung gestorben, hieß es weiter. Das Zimmer sei beim Ausbruch des Feuers verriegelt gewesen. Nach Angaben der Landesregierung soll sich der Mann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen haben. Außerdem seien Streichhölzer gefunden worden.

Der Brand war am späten Montagnachmittag ausgebrochen und betraf nur die Wohnung des Mannes. Bei den Löscharbeiten am Abend wurde in einem Zimmer in der ersten Etage seine Leiche gefunden. Die übrigen der rund 120 Heimbewohner konnten sich in Sicherheit bringen und blieben unverletzt. Sie kehrten noch am Montagabend in ihre Wohnungen zurück.

 

Nicht der erste Brand in dieser Asylunterkunft

 

In dem Gebäude hatte es bereits im März gebrannt. Damals wurden 13 Asylbewerber verletzt. Danach ermittelte die Polizei einen Bewohner als mutmaßlichen Brandstifter, von dem bislang aber jede Spur fehlt.

Auch am Wochenende brannte es in Thüringen in zwei Unterkünften für Flüchtlinge. Bei einem Feuer in einer Turnhalle in Friemar (Kreis Gotha) gehen die Ermittler dem Verdacht der Brandstiftung nach. Unklar war der Hintergrund eines Feuers in Bischhagen im Eichsfeld. In der dortigen Unterkunft sollten die Flüchtlinge erst einziehen.