Polens Führung gedenkt der Opfer des Smolensk-Absturzes

In Warschau wurde der 96 Menschen gedacht, die vor elf Jahren bei der Flugzeugkatastrophe von Smolensk ums Leben kamen. Ermittlungen zur Ursache des Absturzes dauern bis heute an.
| dpa
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Der polnische Präsident Andrzej Duda gedachte der Opfer mit einem Besuch der Wawel-Kathedrale.
Der polnische Präsident Andrzej Duda gedachte der Opfer mit einem Besuch der Wawel-Kathedrale. © Lukasz Gagulski/PAP/dpa
Warschau/Smolensk

Mit einer Kranzniederlegung haben Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki und Vize-Regierungschef Jaroslaw Kaczynski am Samstag der 96 Opfer der Flugzeugkatastrophe von Smolensk gedacht.

Bei dem Absturz am 10. April 2010 starb auch der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski. Lech und Jaroslaw waren Zwillingsbrüder.

Wie bereits im Vorjahr fand die Feier am Mahnmal für die Opfer am Pilsudski-Platz in Warschau wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum statt. Es gab auch keine Ansprachen. Der Flugzeugabsturz sei "die größte nationale Tragödie in der Nachkriegsgeschichte Polens" gewesen, schrieb Regierungschef Morawiecki auf Facebook.

Bei dem Absturz der polnischen Regierungsmaschine beim Landeanflug auf das russische Smolensk waren alle 96 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Sie waren unterwegs zu einer Gedenkfeier für die Opfer der Massaker von Katyn. Dort hatten 1940 Angehörige des sowjetischen Geheimdienstes NKWD Tausende polnische Offiziere ermordet.

Polens Präsident Andrzej Duda gedachte der Absturzopfer mit einem Besuch in der Kathedrale der Krakauer Königsburg Wawel, in deren Gruft Lech Kaczynski und seine Frau Maria bestattet worden waren. An der Absturzstelle in Russland erinnerten Polens Botschafter Krzysztof Krajewski und der stellvertretende Gouverneur des Gebiets Smolensk, Konstantin Nikonow, an die Toten. Krajewski, der mit seiner Frau und Tochter Kerzen anzündete und Kränze niederlegte, sagte, dass die Opfer nicht vergessen seien.

Ermittlungen zur Ursache der Flugzeugkatastrophe dauern an. Anhänger der nationalkonservativen Regierungspartei PiS gehen bis heute von einem Mordanschlag auf Kaczynski aus. Eine von der PiS-Regierung dazu eingesetzte Kommission unter Ex-Verteidigungsminister Antoni Macierewicz hat einen immer wieder angekündigten Bericht, der einen Anschlag beweisen soll, bislang nicht veröffentlicht.

Untersuchungen des polnischen Innenministeriums und der russischen Ermittler aus dem Jahre 2011 sprechen hingegen von einem Pilotenfehler. Die Besatzung habe nicht auf eine frühe Warnung reagiert und sei trotz schlechter Sichtverhältnisse bei Nebel weitergeflogen.

Polen hatte wiederholt die Rückgabe des Flugzeugwracks von Russland gefordert. Das russische Außenministerium hatte das mit Blick auf die noch laufenden Ermittlungen zu dem Absturz abgelehnt. Eine Herausgabe sei erst nach Abschluss aller "prozessualen Handlungen" möglich, hieß es in Moskau.

© dpa-infocom, dpa:210410-99-150058/6

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