Polen: Anti-Terror-Einheit fasst deutschen Rechtsextremisten

Polnische Einsatzkräfte nehmen einen Deutschen fest, den die Behörden als "gefährlichen Extremisten" einstufen. Er soll Verbindung zu Rechtsextremen in Deutschland gehabt haben. Die Ermittler beschlagnahmen bei der Aktion Sprengstoff, Zünder und Munition.
| dpa
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Laut den Behörden ist der Mann bereits in der vergangenen Woche gefasst worden.
Laut den Behörden ist der Mann bereits in der vergangenen Woche gefasst worden. © Stefan Sauer/dpa/Symbolbild
Warschau

Einsatzkräfte in Polen haben nach Angaben der Regierung in Warschau einen deutschen Rechtsextremisten festgenommen.

Der Mann sei bereits in der vergangenen Woche in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern im Nordwesten des Landes gefasst worden, teilte das Ministerium für Geheimdienstkoordination mit. Er werde verdächtigt, Mitglied einer "organisierten kriminellen Gruppe mit terroristischem Charakter" zu sein, die in Polen und anderen Ländern aktiv sei. "Im Internet, vor allem in sozialen Netzwerken, zeigte er seine radikalen, gegen das System gerichteten Ansichten und unterstützte rechtsextreme Organisationen", hieß es.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte dem Radiosender Wnet, es handele sich um einen gefährlichen Extremisten mit Verbindungen zu radikalen rechten Gruppierungen, die in Deutschland aktiv seien. Der Mann sei "deutscher Staatsbürger und ethnischer Deutscher", so der Sprecher weiter. Die kriminelle Gruppe, der er angehöre, habe möglicherweise Terroraktionen geplant.

Bei der Durchsuchung der Wohnung und des Arbeitsplatzes des Verdächtigen seien insgesamt 1,2 Kilogramm Sprengstoff in fester und flüssiger Form entdeckt worden, außerdem Munition, Zünder sowie eine Tränengasgranate, hieß es in der Erklärung des Ministeriums weiter. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann unerlaubten Waffen- und Munitionsbesitz vor. Nach Angaben der Agentur PAP drohen ihm dafür bis zu acht Jahre Haft. Der Verdächtige wurde für drei Monate vorübergehend in Haft genommen. Die Ermittlungen hielten an, weitere Festnahmen seien nicht ausgeschlossen, so das Ministerium.

Nach den Ermittlungen des Inlandsgeheimdienstes ABW sei befürchtet worden, dass der Mann eine Schusswaffe und Sprengstoff besitzen könnte, sagte der Ministeriumssprecher der PAP. Deshalb seien an der Aktion Anti-Terror-Einheiten, Pyrotechniker und Minenräum-Spezialisten beteiligt gewesen.

© dpa-infocom, dpa:201002-99-796486/4

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