Pirinçci muss Neubauer nach Facebook-Post 6000 Euro zahlen

Nach einem Hasskommentar muss Akif Pirinçci Geld an Luisa Neubauer zahlen. Der rechtspopulistische Autor hatte sie auf Facebook sexistisch beleidigt.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1 – Artikel empfehlen
Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat vor Gericht gegen den als Rechtspopulisten bekannten Pirinçci gewonnen.
Klimaaktivistin Luisa Neubauer hat vor Gericht gegen den als Rechtspopulisten bekannten Pirinçci gewonnen. © Christoph Soeder/dpa
Berlin

Wegen eines Facebook-Kommentars muss der Autor und Blogger Akif Pirinçci der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer eine Entschädigung in Höhe von 6000 Euro zahlen.

Das Landgericht Frankfurt wertete den Beitrag nach Angaben als Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechts. Es untersagte dem als Rechtspopulisten bekannten Pirinçci, die Aussagen zu wiederholen. Er muss den Angaben zufolge neben der Entschädigung auch die Gerichts- und Anwaltskosten übernehmen.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Urteil, das bereits am Donnerstagnachmittag verkündet worden war, sei noch nicht rechtskräftig, sagte eine Gerichtssprecherin der dpa. Es sei noch möglich, beim Oberlandesgericht Berufung einzulegen.

Nach Angaben von Neubauer hatte Pirinçci sie im Januar 2020 in einem Kommentar auf Facebook sexistisch beleidigt. "Dieser Sieg vor Gericht soll andere Frauen und Aktivistinnen ermutigen, sich ebenfalls zu wehren", sagte Neubauer der dpa. "Wir müssen das nicht stumm ertragen", sagte sie mit Blick auf sexistische Anfeindungen und Hetze gegen bekannte Frauen im Netz. Die Entschädigung wolle sie an die Organisation Hate Aid spenden, die sie bei diesem Prozess unterstützt habe. Hate Aid ist eine Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt.

Rechtspopulist uneinsichtig

Pirinçci kündigte an, in Berufung zu gehen. Das Urteil sei "total unverhältnismäßig" und eine "juristische Komödie", sagte er der dpa. Den besagten Kommentar, den er nicht wiederholen dürfe, habe er "ironisch gemeint" und in keinster Weise versucht, Neubauer zu bedrängen oder zu kontaktieren. Er könne nicht nachvollziehen, welcher Schaden Neubauer durch sein Posting entstanden sein soll, sagte er.

© dpa-infocom, dpa:211203-99-247058/2

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 1 – Artikel empfehlen