Perus Außenminister tritt nach kontroverser Äußerung zurück

Zehntausende starben seinerzeit bei Kämpfen zwischen der peruanischen Regierung und der Rebellenbewegung Sendero Luminoso. Eine umstrittene Behauptung zu dem Thema kostet Außenminister Béjar nun seinen Job.
| dpa
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Demonstranten fordern den Rücktritt von Außenminister Bejar nach seinen Aussagen über den Zusammenhang zwischen der peruanischen Marine und dem "Terror" im Land zwischen 1980 und 2000.
Demonstranten fordern den Rücktritt von Außenminister Bejar nach seinen Aussagen über den Zusammenhang zwischen der peruanischen Marine und dem "Terror" im Land zwischen 1980 und 2000. © Gian Masko/dpa
Lima

Weniger als einen Monat nach dem Amtsantritt der neuen Regierung in Peru ist Außenminister Héctor Béjar wegen umstrittener Äußerungen zum Terrorismus in dem südamerikanischen Land zurückgetreten.

Der 85-jährige Ex-Guerillero habe bei Präsident Pedro Castillo seinen Rücktritt eingereicht, teilte das Präsidialamt am Dienstag mit. Zuvor war bekannt geworden, dass Béjar im Februar behauptet hatte, die peruanische Marine habe gemeinsam mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA die Rebellenbewegung Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) aufgebaut. Das Militär und zahlreiche Politiker in Peru wiesen die Vorwürfe zurück.

Bei Auseinandersetzungen zwischen dem Sendero Luminoso und staatlichen Sicherheitskräften waren zwischen 1980 und 2000 fast 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bürgerkriegen in der Region war in Peru die Guerilla für einen Großteil der Toten verantwortlich. Heute widmen sich die verbliebenen Einheiten des Leuchtenden Pfads vor allem dem Drogenhandel.

Der ehemalige Dorfschullehrer Pedro Castillo war Ende Juli nach einem äußerst knappen Wahlsieg und einem wochenlangen juristischen Streit mit der unterlegenen Rechtspopulistin Keiko Fujimori als Präsident vereidigt worden. Bereits in den ersten Wochen geriet die Regierung des unerfahrenen neuen Staatschefs allerdings unter Druck. So wird gegen Kabinettschef Guido Bellido derzeit wegen Geldwäsche und Rechtfertigung des Terrorismus ermittelt.

© dpa-infocom, dpa:210818-99-878644/3

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