Niederlande werfen Russland Scheinangriffe vor

Erst kürzlich sorgte ein Zwischenfall zwischen Moskau und London für Ärger. Nun äußern sich die Niederlande empört über russische "Scheinangriffe" gegen eines ihrer Schiffe. Moskau spricht von einer Warnung.
| dpa
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Die niederländische Fregatte Evertsen (Archivbild).
Die niederländische Fregatte Evertsen (Archivbild). © Robin Van Lonkhuijsen/ANP/dpa/Archiv
Den Haag/Moskau

Russische Kampfjets haben nach Darstellung des niederländischen Verteidigungsministeriums "Scheinangriffe" gegen ein Kriegsschiff im Schwarzen Meer geflogen.

Wie das Ministerium am Dienstagabend twitterte, sorgten russische Jets mit ihren Anflügen für eine "gefährliche Lage" in der Nähe der Fregatte "Zr.MS. Evertsen". Russlands Verteidigungsministerium wies das kategorisch zurück. Es seien vielmehr Kampfjets vom Typ Suchoi Su-30 und Su-24 in sicherer Entfernung aufgestiegen, um das Kriegsschiff zu warnen. Der Vorfall ereignete sich den niederländischen Angaben zufolge bereits am Donnerstag vergangener Woche.

Nach Moskauer Angaben befand sich die "Evertsen" auf Kurs in russisches Hoheitsgebiet. "Nach den Anflügen der russischen Flugzeuge hat die "Evertsen" umgehend ihren Kurs weg von den Grenzen der Russischen Föderation geändert", teilte das Ministerium mit - und veröffentlichte dazu ein Video. Demnach hatte das niederländische Schiff Kurs in Richtung Krim genommen. Russland hatte die Halbinsel 2014 gegen internationalen Protest annektiert. Die internationale Gemeinschaft hingegen sieht die Krim weiter als ukrainisches Gebiet.

Russische Aktionen "unverantwortlich"

Nach Angaben des niederländischen Verteidigungsministeriums fuhr die Fregatte aber in internationalen Gewässern. Verteidigungsministerin Ank Bijleveld-Schouten nannte die russischen Aktionen "unverantwortlich". "Es gibt überhaupt keine Rechtfertigung für diese Art aggressive Aktionen, die außerdem das Risiko auf Unfälle erhöhen."

Die russischen Kampfflugzeuge waren nach niederländischen Angaben gefährlich tief über das Kriegsschiff hinweggeflogen, zudem hätten die Maschinen auch Scheinangriffe geflogen. Nach den "stundenlangen Einschüchterungspraktiken" sei auch die elektronische Apparatur der Fregatte gestört worden.

Nur einen Tag vor diesem Vorfall hatte die russische Schwarzmeerflotte vergangene Woche nach eigenen Angaben ein britisches Kriegsschiff, das in die Nähe der Krim gekommen war, mit Warnschüssen und Bombenabwürfen zum Kurswechsel gezwungen. Russland hatte das Manöver als Provokation bezeichnet und vor den Gefahren eines solchen Vorgehens gewarnt. Die Regierung in London hatte hingegen von einer russischen Militärübung gesprochen, die nicht dem britischen Kriegsschiff gegolten habe.

Zuletzt hatte Russland auch zum Verzicht auf das Seemanöver Sea Breeze (See Brise) der Ukraine, der USA und der Nato-Staaten im Schwarzen Meer aufgerufen. Die zweiwöchige Übung im Schwarzen Meer begann am Montag. Russland hat ein U-Boot in die Gewässer geschickt sowie militärische Tests und Übungsflüge absolviert.

© dpa-infocom, dpa:210630-99-198984/5

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