Kommentar

Neuer US-Präsident: Herkulesaufgabe für Joe Biden

Joe Biden ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten. AZ-Politik-Chefin Natalie Kettinger über sein schweres Erbe.
von  Natalie Kettinger

Vor Joe Biden und Kamala Harris liegt eine Herkulesaufgabe: Die USA sind gespalten wie nie zuvor. Beim Staunen über die historischen 75 Millionen Stimmen für Biden - so viele hat noch kein Präsidentschaftskandidat vor ihm geholt - vergisst man leicht, dass auch Amtsinhaber Donald Trump ein Rekord-Ergebnis eingefahren hat: Rund 71 Millionen Amerikaner haben ihn gewählt und ihm so Platz zwei in der ewigen Besten-Liste (noch vor Barack Obama) verschafft.

Trotz oder gerade wegen seiner vulgären Rhetorik, seiner Fremdenfeindlichkeit und Demokratieverachtung. Um diese Menschen müssen sich Harris und Biden nun kümmern, soll der Riss nicht noch tiefer werden.

Was erschwerend hinzukommt: Trump wird weiter Öl ins Feuer gießen, selbst, wenn Twitter ihm beim Auszug aus dem Weißen Haus endlich den Account sperrt. Schweigende Reflexion, Einsicht, Bereitschaft zur Versöhnung sind seine Sache nicht. Zudem hat er es bislang nicht geschafft, seine Familie als Polit-Dynastie zu installieren, was er doch so gerne möchte. Gut möglich also, dass Kamala Harris 2024 von einem alten Bekannten herausgefordert wird, der noch eine Rechnung offen hat: vom Spalter der Nation, Donald Trump.