Merkel für mehr Tempo bei Klimatechnologien

Gelingt bei grünem Wasserstoff, was beim Corona-Impfstoff geklappt hat - nämlich dass die entscheidende Technologie auch aus Deutschland kommt? Die Kanzlerin sieht dafür vor allem eine Voraussetzung.
| dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich für mehr Tempo bei Technologien zur Eindämmung des Klimawandels ein - ähnlich wie bei der erfolgreichen Entwicklung des Corona-Impfstoffs von Biontech.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich für mehr Tempo bei Technologien zur Eindämmung des Klimawandels ein - ähnlich wie bei der erfolgreichen Entwicklung des Corona-Impfstoffs von Biontech. © Michele Tantussi/Reuters/Pool/dpa
Berlin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich für mehr Tempo bei Technologien zur Eindämmung des Klimawandels ein - ähnlich wie bei der erfolgreichen Entwicklung des Corona-Impfstoffs von Biontech.

Grüner Wasserstoff spiele eine zentrale Rolle, um die Energieversorgung nachhaltiger zu machen und zugleich neue Märkte zu erschließen, sagte Merkel am Mittwoch beim "Innovationsgipfel" des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft in Berlin. Nötig sei ein enger Schulterschluss von Wirtschaft und Politik.

Grüner Wasserstoff als Energieträger für die Industrie oder als Treibstoff für Fahrzeuge wird mit erneuerbaren Energien erzeugt, sagte Merkel. "Wenn sich der Pandemie mit all ihren schmerzlichen Folgen überhaupt etwas Positives abgewinnen lässt, dann ist es auch der Praxisbeweis, dass Deutschland in der Gesundheitsforschung doch ganz vorne mitspielt." Der erste in der EU zugelassene Impfstoff wurde von Biontech in Mainz entwickelt.

Die Kanzlerin sagte, es gehe darum, Deutschland und Europa zu Vorreitern einer weltweiten Energiewende zu machen. "Wenn wir uns mit unseren europäischen Gesellschafts- und Wirtschaftsmodellen, mit unseren Vorstellungen von Nachhaltigkeit und lebenswerter Zukunft behaupten wollen, dass müssen wir innovativer und produktiver als andere Teile der Welt sein und in vielem auch schneller werden."

Die USA und China setzten nach dem Abebben der Corona-Pandemie auf Investitionen. "Daher dürfen auch wir uns nicht mit kurzfristiger Krisenbewältigung begnügen, sondern müssen strategisch auf mehr Kompetenzen und technologische Souveränität hinarbeiten, also Schlüsseltechnologien erforschen, entwickeln und anwenden." Das stärke die Widerstandsfähigkeit bei künftigen Krisen. Technologieführerschaft ermögliche es, nach eigenen Vorstellungen von Nachhaltigkeit zu leben.

Der Präsident des Stifterverbands, Andreas Barner, forderte "neue Ansätze" gegen den Klimawandel. Die Wasserstofftechnologie könne einen wesentlichen Beitrag leisten, sagte Barner der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche aber klare politische Entscheidungen. Kräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und angewandter Forschung der Unternehmen müssten gebündelt werden. Dies müsse "substanziell unterstützt" werden durch Risikoinvestitionen von Bund und Ländern. "Das wären neue Ansätze, aber Ansätze, die sich in anderen Ländern als sehr erfolgreich erwiesen haben." 

Barner sagte, die Entwicklung der Corona-Impfstoffe habe gezeigt, wie wichtig ein gutes Zusammenspiel von öffentlicher Hand, Grundlagenforschung und angewandter Forschung von Unternehmen sei. Intensiver Dialog von Unternehmen, Kliniken und Universitäten sei entscheidend gewesen.

© dpa-infocom, dpa:210519-99-662739/2

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