Marx: "Hat Jesus Kinder geprügelt? Wohl kaum!"

"Die Aufarbeitung auch der dunklen Seiten unserer Geschichte ist nicht zu Ende", sagt Kardinal Reinhard Marx. Er will, dass Fällen von Gewalt in katholischen Kinderheimen weiter nachgegangen wird.
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"Aufarbeitung nicht zu Ende": Kardinal Reinhard Marx.
"Aufarbeitung nicht zu Ende": Kardinal Reinhard Marx. © Alessandra Tarantino/AP/dpa
München

Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, will Fälle von Gewalt in katholischen Kinderheimen weiter aufarbeiten.

"Können wir uns vorstellen, dass Jesus Kinder geprügelt hat? Wohl kaum!", sagte Marx laut Mitteilung zum 101-jährigen Bestehen des Landesverbands katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern (LVkE). "Und doch ist es auch in unseren Einrichtungen geschehen."

Er forderte einen "nüchternen Blick in die Vergangenheit", der deutlich mache: "Die Aufarbeitung auch der dunklen Seiten unserer Geschichte ist nicht zu Ende." Die Kirche müsse gemeinsam mit Wissenschaft und Gesellschaft betrachten, "was an neuen Erkenntnissen da ist und was an Möglichkeiten wie auch an Nöten und Herausforderungen" vorhanden sei. "Die Aufarbeitung in den einzelnen Einrichtungen, den Blick in die Geschichte - das können wir nicht einfach beiseiteschieben."

Marx hatte vor dem Hintergrund des Skandals um tausendfachen sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche am 21. Mai in einem Brief an den Vatikan seinen Amtsverzicht angeboten, den Papst Franziskus allerdings ablehnte.

© dpa-infocom, dpa:210616-99-15606/2

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