Liste der schlimmsten Krisen: Afghanistan vor Äthiopien

Laut der Hilfsorganisation IRC brauchen die Menschen in Afghanistan, Äthiopien und dem Jemen besonders schnell Hilfe. Die angespannte Lage gelte auch als "Weckruf" für die neue Bundesregierung.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Menschen fahren in Kundus an Trümmern von Geschäften vorbei, die bei Zusammenstößen zwischen den Taliban und afghanischen Sicherheitskräften zerstört wurden.
Menschen fahren in Kundus an Trümmern von Geschäften vorbei, die bei Zusammenstößen zwischen den Taliban und afghanischen Sicherheitskräften zerstört wurden. © Abdullah Sahil/AP/dpa/Archiv
New York/Berlin

Nach der Eroberung Afghanistans durch die Taliban ist das Land nach Einschätzung des International Rescue Committee (IRC) zum schlimmsten humanitären Krisenherd geworden.

In der vom IRC veröffentlichten Liste der Konflikte mit besonders schweren Folgen für Zivilisten folgt das von einem Bürgerkrieg zerrissene Äthiopien auf Platz zwei. Der seit Jahren unter einem Bürgerkrieg leidende Jemen kommt auf Platz drei. "Im Jahr 2022 sind 274 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 235 Millionen 2021, was bereits der höchste Wert seit Jahrzehnten war", teilte die Organisation dazu mit.

Auf den weiteren Plätzen der zehn schlimmsten humanitären Krisen folgen Nigeria, der Südsudan, der Kongo, Myanmar, Somalia, Syrien und der Sudan. Verantwortlich für die zusehends wachsende Not wird dabei das Versagen des internationalen Systems gemacht. Während viele Staaten ihren Pflichten gegenüber Schutzsuchenden nicht nachkämen, könne "die Diplomatie Konflikte nicht lösen, das Völkerrecht schützt die Zivilbevölkerung nicht mehr, humanitäre Maßnahmen können die immer größer werdenden Lücken nicht schließen".

Die angespannten Lage bezeichnete der IRC-Geschäftsführer in Deutschland, Ralph Achenbach, als "Weckruf" auch für die neue Bundesregierung: "Um die deutsche humanitäre Hilfe und Diplomatie zu stärken, müssen Kanzler (Olaf) Scholz und Außenministerin (Annalena) Baerbock die ersten 100 Tage im Amt für strategische Weichenstellungen nutzen." Der Maßstab müsse es sein, der Schutzverantwortung als zweitgrößter Geber humanitärer Hilfe und fünftgrößtes Aufnahmeland von Geflüchteten gerecht zu werden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen