Letzte Stunden im Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt

Auf den letzten Metern kämpfen die Parteien in Sachsen-Anhalt um die unentschlossenen Wählerinnen und Wähler. Haseloff unterstreicht in seinem Auftritt im Wahlkampf seinen Führungsanspruch.
| dpa
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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff unterstreicht in seinem Auftritt im Wahlkampf seinen Führungsanspruch.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff unterstreicht in seinem Auftritt im Wahlkampf seinen Führungsanspruch. © Ronny Hartmann/dpa-Zentralbild/dpa
Magdeburg

Einen Tag vor der Landtagswahl wollen die Parteien in Sachsen-Anhalt letzte Wähler mobilisieren. Die beiden Favoriten auf den Wahlsieg, CDU und AfD, schlossen am Freitagabend als letzte Parteien ihren Wahlkampf ab.

In letzten Umfragen lag die AfD teilweise nur einen Prozentpunkt hinter der Partei von Ministerpräsident Reiner Haseloff, andere Umfragen sahen die Christdemokraten deutlicher vorn.

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak rief Wähler aller Parteien der politischen Mitte dazu auf, sich hinter Regierungschef Reiner Haseloff zu stellen, um einen Wahlerfolg der AfD zu verhindern. "Jede Stimme für Reiner Haseloff ist eine Stimme gegen die AfD. Wer die AfD in Sachsen-Anhalt verhindern will, muss Haseloff wählen", sagte Ziemiak der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Wir brauchen einen demokratischen Aufstand gegen die Rechtsextremen", fügte er hinzu.

Die AfD löse keine Probleme, sondern schaffe neue. Mit ihr würden auch die wirtschaftlichen Erfolge der Regierung Haseloff zunichte gemacht, warnte der CDU-Generalsekretär. Deswegen gebe es keine Koalition oder Kooperation mit der "Anti-Deutschland-Partei".

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil warf der CDU vor, für die Stärke der AfD mitverantwortlich zu sein. "Wenn man die AfD umarmt, dann macht man sie stärker. Ich habe Sorge, dass wir das am Sonntag sehen werden", sagte Klingbeil der "Rheinischen Post" (Samstag). Dass sich so vieles um die AfD drehe, habe damit zu tun, dass die Union bis heute keine Strategie im Umgang mit der AfD habe. "Ministerpräsident Reiner Haseloff glaubt man die klare Abgrenzung ja, in der zweiten

Reihe sieht das aber schon anders aus", sagte Klingbeil. "Wer Interesse an einer Regierung hat, die auf Respekt, Seriosität und Verantwortung ausgerichtet ist, der kommt an der SPD nicht vorbei", betonte er.

Die CDU hatte ihre Abschlussveranstaltung am Freitagabend rein online abgehalten. Der Ministerpräsident unterstrich dabei den Anspruch seiner Partei, stärkste Kraft im Land zu bleiben. "Wir sind die Garanten für diese Demokratie hier in Sachsen-Anhalt. Ohne uns ist keine demokratische Regierung bildbar", sagte Haseloff.

Die AfD versammelte sich auf dem Magdeburger Domplatz mit etwa 150 Anhängern. Gegendemonstranten störten die Veranstaltung mit lauten Zwischenrufen und Sirenen. Unter anderem sprach AfD-Chef Tino Chrupalla, der am Samstag noch zu einer Veranstaltung nach Bitterfeld-Wolfen fahren wollte.

Linke, SPD, Grüne und FDP hatten für ihre Abschlussveranstaltungen Mittwoch und Donnerstag noch einmal Verstärkung aus Berlin nach Sachsen-Anhalt geholt. Wie viele der Wählerinnen und Wähler die Parteien mit ihren Veranstaltungen in dieser Woche überhaupt noch erreicht haben, ist allerdings unklar: Wie schon bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz wird in Sachsen-Anhalt mit einem hohen Anteil an Briefwählern gerechnet.

Haseloff regiert seit 10 Jahren in Sachsen-Anhalt und könnte als erster Ministerpräsident des Landes eine dritte Amtszeit antreten. Die Umfragen sahen für sein aktuelles Kenia-Bündnis mit SPD und Grünen eine Mehrheit voraus, Haseloff ist offen für eine Neuauflage. Sollte die FDP nach zehn Jahren in den Magdeburger Landtag zurückkehren, was nach Umfragen möglich ist, könnten auch die Liberalen Teil der neuen Landesregierung werden.

© dpa-infocom, dpa:210605-99-869818/2

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