Kommentar

Laschets Corona-Rückschlag spielt Söder in die Karten

Politik-Chefin Natalie Kettinger über Karten und Corona.
von  Natalie Kettinger
Armin Laschet (CDU, links) und Markus Söder (CSU): Am 6. Mai bei den nächsten Bund-Länder-Gesprächen soll über eine "konkretere Perspektive" für die Gastronomie gesprochen werden. (Archivbild)
Armin Laschet (CDU, links) und Markus Söder (CSU): Am 6. Mai bei den nächsten Bund-Länder-Gesprächen soll über eine "konkretere Perspektive" für die Gastronomie gesprochen werden. (Archivbild) © Guido Kirchner/dpa

Das ist bitter: Ausgerechnet Armin Laschet, Vorkämpfer für eine rasche Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen, muss nun gleich über zwei Landkreise einen Lockdown verhängen. Schluss mit Kino, Kultur und Körperertüchtigung. Alles Leben zurück auf März. Im Poker um die Unions-Kanzlerkandidatur spielt dieser Rückschlag auf den ersten Blick Markus Söder in die Karten, der bis heute auf der Covid-Bremse steht. Zu Recht, mag nun der eine oder andere denken – und mit dem Finger auf Nordrhein-Westfalen zeigen. Dabei hatte Bayern in den letzten Wochen vor allem eines: Glück.

Auch im Freistaat schuften Menschen unter fragwürdigen Bedingungen in der Fleischindustrie. Auch hier werden osteuropäische Arbeiter in Bruchbuden zusammengepfercht (zum Beispiel in München). Auch hier wurden – deutlich kleinere – Schlachtbetriebe zu Hotspots mit insgesamt 110 Infizierten. Seitdem wird dort fleißig getestet. Reicht das? Nein. Wer Fortuna nicht überstrapazieren will, sollte auch Ernte- oder Bauhelfer menschenwürdig unterbringen – und testen. Denn Glück ist ein flüchtiges Gut.

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