Kommentar

Impfpflicht: Viele Gründe sprechen dagegen

AZ-Chefredakteur Michael Schilling über eine mögliche Impfpflicht.
von  Michael Schilling

Eine Impfpflicht zu fordern, wie Markus Söder es tut, befeuert die Fantasien vieler Impfverweigerer, man habe es mit einem totalitären Staat zu tun (ja, solche Worte kursieren zunehmend im Netz). Auch weil viele Gründe dagegen sprechen, dass eine regionale Impfpflicht eine globale Pandemie stoppen kann. Auch Geimpfte übertragen das Virus, wie (nicht nur) das RKI proklamiert. Sie können daran erkranken - wenn auch meist nicht so schwer - und sterben. Die Impfung, selbst mit dem besten Vakzin, verliert nach ein paar Monaten ihren Schutz, wie man inzwischen weiß.

Das wiederum bedeutet, dass Geimpfte in, sagen wir, einem halben Jahr de facto wieder als Menschen ohne Impfschutz gelten müssten. Der verfügbare Impfstoff sollte jenen vorbehalten bleiben, die ihn dauerhaft weiterhin wollen. Eine Impfpflicht für alle zu fordern, ist bloß Getöse, rechtlich und praktisch kaum umsetzbar.