Grünen-Politiker: Taliban können Bundesregierung erpressen

Wie soll Deutschland mit den neuen Machthabern in Afghanistan umgehen? Und wie soll über möglicherweise weitere Flüchtlinge verhandelt werden? Ein Grüner sieht die deutsche Regierung in der Defensive.
| dpa
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Taliban zeigen in Kabul Präsenz auf den Straßen.
Taliban zeigen in Kabul Präsenz auf den Straßen. © -/kyodo/dpa
Berlin

Jegliche Forderungen an die Taliban werden die Bundesregierung nach Ansicht des Sprechers für Außenpolitik der Grünen, Omid Nouripour, teuer zu stehen kommen.

"Das kann Geld sein, das können auch politische Forderungen sein. Die Bundesregierung hat sich durch eigene Untätigkeit erpressbar gemacht", sagte Nouripour der "Rheinischen Post" und dem Bonner "General-Anzeiger". Zudem werde der Kabuler Flughafen ab nächste Woche Mittwoch nach dem voraussichtlichen Abzug der US-Truppen "technisch nicht mehr funktionsfähig" sein. Wie der Flughafen betrieben werde und von wem, sei derzeit noch nicht absehbar, sagte Nouripour.

Zuvor hatten Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) betont, schutzbedürftigen Menschen aus Afghanistan weiterhin die Ausreise zu ermöglichen. "Wir beenden die Luftbrücke mit dem heutigen Tag", sagte Merkel auf einer eigenen Pressekonferenz. "Wir sind mit Hochdruck und Nachdruck dabei, eben Bedingungen auszuhandeln mit den Taliban darüber, wie weitere Ausreisen auch möglich sein werden."

Am Donnerstag hatte Kramp-Karrenbauer verkündet, dass alle Deutschen Soldaten, Diplomaten und verbliebenen Polizisten aus der afghanischen Hauptstadt Kabul ausgeflogen worden seien.

© dpa-infocom, dpa:210827-99-985833/3

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