Großbritannien zieht letzte Soldaten aus Afghanistan ab

Während die Taliban Gebiete in Afghanistan erobern, kündigt auch Großbritannien den Abzug seiner verbliebenen Truppen an. Boris Johnson lobt den Einsatz.
| dpa
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Prinz Charles spricht mit einem britischen Soldaten, der in Afghanistan im Einsatz war.
Prinz Charles spricht mit einem britischen Soldaten, der in Afghanistan im Einsatz war. © Kirsty Wigglesworth/AP/POOL/dpa/Archivbild
London

Nach den USA, Deutschland und anderen Verbündeten hat auch Großbritannien den Abzug seiner verbliebenen Truppen aus Afghanistan angekündigt.

"Aus naheliegenden Gründen werde ich nicht den Zeitplan unseres Abschieds verkünden", sagte Premierminister Boris Johnson im Parlament in London. "Aber ich kann dem Unterhaus mitteilen, dass der Großteil unserer Einheiten bereits abgezogen ist."

Zuletzt waren noch 750 britische Soldaten in dem Land stationiert, die etwa bei der Ausbildung der örtlichen Sicherheitskräfte halfen. Seit 2014 hatte Großbritannien alle Kampfeinsätze eingestellt und den Großteil der Truppen abgezogen.

Johnson lobte den Einsatz. Die Situation sei eine völlig andere als zu Beginn vor 20 Jahren. "Die Trainingscamps wurden zerstört, die Reste der Al-Kaida-Führung sind nicht mehr in Afghanistan, und seit 2001 wurden keine Terroranschläge gegen westliche Ziele von afghanischem Boden aus durchgeführt", sagte der Regierungschef. Er sei stolz, dass Großbritannien von Beginn an dabei geholfen habe, Schulen und Kliniken zu gründen oder wiederaufzubauen, Frauenrechte zu stärken und Millionen Menschen die Versorgung mit Trinkwasser und Strom zu ermöglichen.

Insgesamt dienten etwa 150.000 britische Soldaten in Afghanistan, 457 wurden im Laufe des Einsatzes getötet.

© dpa-infocom, dpa:210708-99-309122/3

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