Sondierungen in Magdeburg: Erste Regierungsoption vom Tisch

Nach der Wahlanalyse in den Parteigremien soll das Wahlergebnis nun in den zukünftigen Landtagsfraktionen besprochen werden. Personelle Konsequenzen der Landtagswahl zeichneten sich zunächst nicht ab.
| dpa
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Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Die erste Regierungsoption ist nach der Landtagswahl schon vom Tisch: Der Wahlsieger CDU hatte SPD, FDP und Grüne zu Sondierungsgesprächen eingeladen.
Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt. Die erste Regierungsoption ist nach der Landtagswahl schon vom Tisch: Der Wahlsieger CDU hatte SPD, FDP und Grüne zu Sondierungsgesprächen eingeladen. © Michael Kappeler/dpa
Magdeburg

Die erste Regierungsoption für Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ist nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt schon vom Tisch: Der Wahlsieger CDU hatte SPD, FDP und Grüne zu Sondierungsgesprächen eingeladen.

Die SPD nahm die Einladung an. Auch die Grünen wollen mit der CDU die Möglichkeit einer Koalition ausloten, allerdings nur mit CDU und FDP.

Eine erneute Zusammenarbeit mit den beiden Parteien in einer Kenia-Koalition schließen die Grünen aus, da CDU und SPD auch ohne sie eine Mehrheit hätten und auf die Stimmen der Grünen nicht angewiesen wären.

Eine erneute schwarz-rote Koalition hätte im neuen Landtag allerdings nur eine Mehrheit von einer Stimme. Die neue CDU-Landtagsfraktion traf sich bereits und will sich im Landtag konstituieren, wie eine Sprecherin mitteilte. Der bisherige Fraktionschef Siegfried Borgward will demnach erneut für den Vorsitz der Fraktion kandidieren, die durch das starke CDU-Ergebnis von 30 auf 40 Sitze anwächst. Die meisten Abgeordneten werden Kandidaten sein, die ihren Wahlkreis direkt gewonnen haben. Die CDU-Kandidaten hatten 40 der 41 Wahlkreise direkt für sich gewonnen.

Die CDU hatte im Januar beschlossen, dass Regierungsmitglieder der nächsten Fraktion nicht mehr angehören sollen. Für Haseloff und jedes Kabinettsmitglied, das auch den Wahlkreis gewonnen hat, rückt somit ein Kandidat von der CDU-Landesliste nach. Als einziger CDU-Direktkandidat war der ehemalige Landtagsabgeordnete Arndt Czapek gescheitert, er unterlag in Zeitz deutlich seinem AfD-Konkurrenten Lothar Waehler. Da aber alle 29 CDU-Kandidatinnen und -Kandidaten, die vor ihm auf der Landesliste standen, ihren Kreis direkt holten, rückt Czapek für Haselof nach und ist somit trotzdem im Landtag.

Auch die SPD-Fraktion will sich im Landtag konstituieren. Die bisherige Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin Katja Pähle will sich dabei erneut für den Fraktionsvorsitz bewerben. Ihre Partei stellt statt bislang elf Abgeordneten nun noch neun. Auch die Grünen und Linken treffen sich jeweils im Landtag, planen laut Sprechern aber keine Wahlen. Im Zentrum dürfte die Auswertung der Wahlergebnisse stehen.

Die CDU hatte bei der Wahl 37,1 Prozent der Stimmen erlangt (2016: 29,8). Die AfD blieb mit 20,8 Prozent unter ihrem alten Ergebnis (24,3). Die im Osten generell eher schwachen Grünen verbesserten sich leicht, sie kamen auf 5,9 Prozent (5,2). Die SPD verzeichnete mit 8,4 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis in Sachsen-Anhalt (10,6). Die Linke fiel auf 11,0 Prozent (16,3). Die FDP erreichte 6,4 Prozent (4,9).

© dpa-infocom, dpa:210608-99-902595/3

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