Fast 600 Kandidaten für Präsidentenwahl im Iran

552 Männer und 40 Frauen haben sich im Iran für die Präsidentenwahl im Juni registriert. Die Liste der aussichtsreichen Kandidaten und Kandidatinnen ist jedoch deutlich kürzer.
| dpa
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Ebrahim Raisi, Chef der Justizbehörde des Irans, spricht mit Pressevertretern nachdem er sich als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen registriert hat.
Ebrahim Raisi, Chef der Justizbehörde des Irans, spricht mit Pressevertretern nachdem er sich als Kandidat für die Präsidentschaftswahlen registriert hat. © Ebrahim Noroozi/AP/dpa
Teheran

Im Iran hat das Innenministerium knapp 600 Kandidaten für die Präsidentenwahl am 18. Juni registriert. Unter den insgesamt 592 Bewerbern seien 40 Frauen und 552 Männer, teilte das Innenministerium mit.

Alle Bewerber müssen nun vom sogenannten Wächterrat überprüft und bestätigt werden. Bis Ende des Monats sollen dann die Namen der Präsidentschaftskandidaten veröffentlicht werden.

Die Liste der aussichtsreichsten Kandidaten umfasst fast 30 Namen. Unter ihnen befinden sich Vizepräsident Eschak Dschahangiri, Justizchef Ebrahim Raisi und der frühere Parlamentspräsident und Atomunterhändler Ali Laridschani. Auch Ex-Präsident Mahmud Ahmadinedschad, die Reformerin und ehemalige Frauenbeauftragte im Präsidialamt, Sahra Shodschaei, sowie Mohsen Haschemi Rafsandschani, ein Sohn des verstorbenen früheren Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani, haben ihre Hüte in den Ring geworfen. Präsidenten Hassan Ruhani darf nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren.

Nach Einschätzung iranischer Medien wird es trotz der vielen Bewerber auf einen Dreikampf zwischen dem Reformer Dschahangiri, dem erzkonservativen Hardliner Raeissi sowie dem als moderat-konservativ geltenden Laridschani hinauslaufen. Zu erwarten ist, dass Ex-Präsident Ahmadinedschad wegen seiner harschen Kritik am Wahlsystem vom Wächterrat abgelehnt.

Die enorm hohe Anzahl von Bewerbern ist auf ein Gesetz zurückzuführen, nach dem sich quasi jeder Iraner für das Präsidentenamt bewerben darf. Obwohl der Wächterrat bestimmte Kriterien vorschreibt, unter anderem eine vierjährige politische Berufserfahrung, muss das Innenministerium dennoch jede Bewerbung annehmen. Ein Großteil der Bewerber wird jedoch vom Wächterrat abgelehnt.

© dpa-infocom, dpa:210516-99-616277/3

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