Ehemalige Geisel Betancourt fordert Reue von Ex-Rebellen

Während des Konflikts in Kolumbien verschleppten die linken Farc-Rebellen zahlreiche Menschen. Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin und Geisel Betancourt rief nun zu Reue auf.
| dpa
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Íngrid Betancourt während ihrer Rede auf der Gedenkveranstaltung für Opfer der Farc.
Íngrid Betancourt während ihrer Rede auf der Gedenkveranstaltung für Opfer der Farc. © Ivan Valencia/AP/dpa
Bogotá

Die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin und langjährige Geisel der linken Farc-Rebellen Íngrid Betancourt hat ihre einstigen Peiniger zur Reue aufgerufen.

"Solange nur wir Alpträume haben, während ihr in der Nacht nicht mit denselben Alpträumen aufwacht, ist eine Distanz zwischen uns", sagte sie bei einem Forum der Wahrheitskommission für ehemalige Farc-Kämpfer und deren Opfer. "Ich muss zugeben, dass es mich überrascht, dass wir weinen und ich bei euch nicht eine Träne sehe", sagte sie mit gebrochener Stimme. "Eines Tages müssen wir gemeinsam weinen."

Während des internen Konflikts in Kolumbien hatten die Rebellen zahlreiche Menschen verschleppt. Prominenteste Geisel war die grüne Präsidentschaftskandidatin Betancourt, die sich über sechs Jahre in der Gewalt der Farc befand. Nach Angaben der kolumbianischen Generalstaatsanwaltschaft kamen über 500 Menschen in der Geiselhaft der Rebellen ums Leben.

Der letzte Farc-Kommandeur und heutige Parteichef Rodrigo "Timochenko" Londono bat die Opfer der Entführungen um Verzeihung. "Mit den Entführungen haben wir großes Leid verursacht, nicht nur bei den Entführten, sondern auch bei den Ehefrauen und Ehemännern, Brüdern und Schwestern, Söhnen und Töchtern", sagte der frühere Rebellen-Chef. "Viele Entführungsopfer sind unwürdig behandelt worden, sie litten unter physischen und psychischen Aggressionen, die ihr Leid unnötig verschlimmerten."

© dpa-infocom, dpa:210624-99-120607/2

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