Briten bombardieren IS-Ölfeld in Syrien

Wie geplant hat Großbritannien kurz nach dem Beschluss gegen den IS in den Krieg zu ziehen, Tornado-Kampfflugzeuge Angriffe auf Syrien fliegen lassen. Ein Ölfeld des IS wurde zerstört.
von  dpa
Viele Briten demonstrierten in London gegen einen Kampfeinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien.
Viele Briten demonstrierten in London gegen einen Kampfeinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien. © dpa

London - Nur Stunden nach der Zustimmung des Londoner Parlaments haben britische Kampfjets erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bombardiert.

Vier "Tornados" stiegen in Zypern auf und griffen das Omar-Ölfeld im Osten des Bürgerkriegslands an, wie Verteidigungsminister Michael Fallon sagte. Dies versetze der Finanzierung der IS-Banden aus Ölverkäufen einen "echten Schlag", sagte er der BBC. Zugleich warnte er vor überzogenen Erfolgserwartungen. "Das wird keine schnelle Sache", meinte er.

 

Mehrheit für Luftangriffe auf Syrien

 

Das Parlament hatte kurz zuvor mit breiter Mehrheit eine Ausweitung der Luftangriffe auf IS-Stellungen auch in Syrien beschlossen - bisher flogen britische Piloten ausschließlich Einsätze im Irak. 397 Abgeordnete stimmten dafür, darunter einige Dutzend Labourpolitiker. Es gab lediglich 223 Gegenstimmen.

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"Es ist die richtige Entscheidung für die Sicherheit des Vereinigten Königreichs", meinte Premierminister David Cameron. Außenminister Philip Hammond räumte ein, Militärschläge alleine könnten die Terroristen nicht besiegen. Die USA hatten zuvor die Nato-Partner aufgefordert, sich stärker an der Bekämpfung des IS zu beteiligen. 

 

Moskau begrüßt britische Beteiligung

 

Russland begrüßte den britischen Einsatz und sprach von einem wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Terror. Es wäre aber effektiver, wenn es eine Absprache gäbe, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Moskau sei weiterhin bereit zur Bildung einer breiten internationalen Koalition, sagte er.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte Menschenrechtler spricht von etwa 250 Zivilisten, die seit September 2014 bei Luftangriffen der internationalen Koalition ums Leben gekommen sind. Die Internetseite Airwars.org, ein Projekt von Journalisten, kommt sogar auf bis zu 498 tote Zivilisten.

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Für Labour-Chef Jeremy Corbyn bedeutete die Abstimmung einen schweren Schlag. Als überzeugter Pazifist hatte er sich vehement gegen einen Syrieneinsatz ausgesprochen. Doch nach Protesten aus dem eigenen Lager musste er die Abstimmung freigeben. Über 60 Labour-Abgeordnete liefen in der Frage zu den Konservativen über.

Cameron hatte seit Monaten Stimmung für die Ausweitung des Kampfeinsatzes gemacht, doch erst nach den Anschlägen von Paris schwenkte eine Mehrheit der Abgeordneten auf seinen Kurs ein. Kritiker glauben dagegen nicht, dass britische Bomben einen entscheidenden Unterschied machen. Sie fürchten, dass es an Bodentruppen und einer langfristigen Strategie mangelt.