Bolsonaro führt maskenlose Motorradrallyes an

Mehr als 560.000 Menschen sind im Brasilien im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben - für den Präsidenten den Landes weiter kein Grund, seine Verharmlosung des Coronavirus aufzugeben.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
Artikel empfehlen
Präsident Jair Bolsonaro während der Motorrad-Rallye in Brasiliens Hauptstadt Brasília.
Präsident Jair Bolsonaro während der Motorrad-Rallye in Brasiliens Hauptstadt Brasília. © Eraldo Peres/AP/dpa
Brasília

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat erneut Motorradrundfahrten mit zahlreichen Teilnehmern veranstaltet und dabei keine Maske getragen.

Er fuhr am Sonntag gemeinsam mit Hunderten Anhängern, die größtenteils ebenfalls keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, durch die Hauptstadt Brasília und ihre Umgebung, wie in örtlichen Medien zu sehen war. Am Samstag hatte Bolsonaro bereits in der südlichen Stadt Florianópolis ebenfalls eine Motorradrallye mit Tausenden Teilnehmern angeführt. Er zeigte sich auch inmitten von maskenlosen Menschenmengen.

Nach einer großen Motorradrallye in Sao Paulo im Juni und einer Veranstaltung im Mai im Bundesstaat Maranhao hatten die jeweils von Gegnern Bolsonaros angeführten Regierungen der beiden Bundesstaaten Geldstrafen gegen ihn verhängt, weil er keine Maske getragen hatte.

Der Rechtspopulist hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus. Zuletzt nahmen das Oberste Wahlgericht und der Oberste Gerichtshof Ermittlungen gegen Bolsonaro auf, nachdem er wiederholt öffentlich das Wahlsystem des südamerikanischen Landes in Zweifel gezogen hatte.

Bei einer Rede in Florianópolis nach der Rundfahrt am Samstag forderte er Medienberichten zufolge erneut die Umstellung von der elektronischen Stimmabgabe auf den Gebrauch von Papier-Stimmzetteln, um für "saubere" Wahlen zu sorgen. Im Oktober 2022 stehen in Brasilien Präsidenten- und Parlamentswahlen an.

In Brasilien - einem Land mit 210 Millionen Einwohnern und 24 mal so groß wie Deutschland - haben sich nach offiziellen Angaben mehr als 20 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, fast 563.000 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben - mehr Tote gibt es nur in den USA. Auf dem Höhepunkt einer außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie brach im März und April das Gesundheitssystem zusammen, Massengräber wurden ausgehoben.

© dpa-infocom, dpa:210809-99-774993/3

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen Artikel empfehlen