Afghanischer Religionsminister nach Deutschland ausgeflogen

Aschraf Ghani ist nur das prominenteste Beispiel für Mitglieder der afghanischen Regierung, die vor den Taliban ins Ausland geflohen sind. Ein Minister wurde von der Bundeswehr mitgenommen.
| dpa
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Ein Transportflugzeug A400M, mit dem die Bundeswehr Menschen vom Flughafen in Kabul evakuierte.
Ein Transportflugzeug A400M, mit dem die Bundeswehr Menschen vom Flughafen in Kabul evakuierte. © Friso Gentsch/dpa
Berlin

Zu den mehr als 4500 Menschen, die aus Kabul über die Luftbrücke nach Deutschland gekommen sind, gehört auch ein bisheriger Minister der Regierung von Präsident Aschraf Ghani.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur flog der afghanische Minister für religiöse Angelegenheiten, Mohammed Kasim Halimi, vor knapp zwei Wochen nach Deutschland.

Halimi hatte schon vor dem Sturz der Taliban 2001 in ihrer Regierung einen hohen Posten im Außenministerium bekleidet. Später gehörte Halimi, der in Kairo islamisches Recht studiert hatte, zu den Kritikern der militant-islamistischen Taliban. Auf der Website des Ministeriums war sein Foto am Freitag noch zu sehen.

Die Taliban hatten nach dem angekündigten Truppenabzug der US-Armee mehrere Provinzhauptstädte eingenommen und waren Mitte August dann praktisch kampflos in die Hauptstadt Kabul vorgedrungen. Präsident Ghani war vor den anrückenden Taliban ins Ausland geflüchtet, wie am 15. August bekanntgeworden war.

Am Tag darauf landete die ersten Bundeswehrmaschine in Kabul und die Luftbrücke begann. Binnen elf Tagen wurden nach Angaben des Bundesinnenministeriums 4587 Menschen nach Deutschland gebracht, davon 3849 Afghanen und 403 deutsche Staatsangehörige. Unter den Schutzbedürftigen waren auch Bürger zahlreicher anderer Staaten, jedoch nur 138 sogenannte Ortskräfte plus deren Angehörige, darunter 30 Ortskräfte der Bundeswehr.

© dpa-infocom, dpa:210903-99-85178/3

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