Ärzte warnen vor Verfall von Millionen Corona-Impfstoffdosen

Corona grassiert weiter in großen Teilen der Welt - und Impfstoff ist in vielen ärmeren Ländern rar. In Deutschland droht er in großen Mengen im Müll zu landen.
| dpa
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Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna in einem Impfzentrum.
Corona-Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Moderna in einem Impfzentrum. © Marcus Brandt/dpa
Berlin

In Deutschlands Arztpraxen droht nach Einschätzung von Deutschlands Kassenärzten millionenfach Corona-Impfstoff zu verfallen.

So lagerten nach Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in den Praxen derzeit 1,1 Millionen Dosen von Astrazeneca und 0,4 Millionen von Johnson & Johnson, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Bericht des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland hervorgeht. Diese Dosen drohten als Sondermüll entsorgt werden zu müssen, sagte ein Institutssprecher. Zudem sind nach dem Bericht 1,7 Millionen Dosen von Biontech in den Praxen auf Lager. Hier sei eher zu erwarten, dass sie noch gebraucht würden. Das ARD-Politikmagazin "Report Mainz" und der "Spiegel" berichteten zuerst darüber.

Der Vorsitzende des Instituts, Dominik von Stillfried, forderte eine Rücknahme ungenutzter Impfstoffe aus den Praxen. Dies sei heute rechtlich und organisatorisch nicht möglich. "Das Bundesgesundheitsministerium wird voraussichtlich zwischen 2 und 2,5 Millionen Impfdosen aus den Impfzentren einsammeln", sagte von Stillfried der dpa. Er forderte besondere Regelungen, um die mindestens 1,5 Millionen verfallsgefährdeten Impfdosen aus den Praxen zurückzunehmen. Dann könnten sie an Länder mit Impfstoffmangel gespendet werden. Hauptgründe für den drohenden Verfall sind nach Einschätzung des Zentralinstituts die geringe Impfbereitschaft noch nicht Geimpfter sowie das schlechte Image vor allem des Astrazeneca-Vakzins.

In der vergangenen Woche hatte eine dpa-Umfrage ergeben, dass mehr als die Hälfte der Bundesländer bisher keine von den an die Impfzentren der Länder gelieferten Impfstoffe vernichten mussten. Neun der 16 Landesregierungen gaben an, dass eine Entsorgung von Corona-Impfstoff weitgehend vermieden werden konnte. Die Impfzentren etwa in Bayern aber entsorgten demnach bis dahin bereits rund 53.000 ungenutzte Impfdosen. In einem Schreiben, das der dpa vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, nicht mehr benötigten Impfstoff als Spende für "Drittstaaten" an das Zentrallager des Bundes zurückzugeben - vorausgesetzt, der Wirkstoff ist noch lange genug haltbar.

© dpa-infocom, dpa:210817-99-876030/2

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