Boeing-Abschuss: Iran zu Schadenersatzzahlung bereit

Im Januar 2020 wird eine ukrainische Passagiermaschine kurz nach ihrem Start in Teheran abgeschossen. Iran gibt den Abschuss schließlich mit Verzögerung zu - nun sollen die Familien der Opfer Schadenersatz bekommen.
| dpa
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Trümmerteile der ukrainischen Passagiermaschine liegen am Absturzort.
Trümmerteile der ukrainischen Passagiermaschine liegen am Absturzort. © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Wire/dpa
Teheran

Fast ein Jahr nach dem Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine hat sich der Iran nun zur Zahlung von Schadenersatz an die Familien der 176 Todesopfer bereiterklärt.

Die Regierung werde an jede Opferfamilie 150.000 Dollar (122.000 Euro) zahlen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Nach Angaben der Rechtsabteilung des Präsidialamts soll der Betrag "umgehend" gezahlt werden - ein genaues Datum wurde in dem Bericht jedoch nicht erwähnt. 

Die ukrainische Boeing-Maschine war am 8. Januar 2020 irrtümlich kurz nach dem Start in Teheran von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle 176 Insassen wurden dabei getötet. Die iranische Führung gab den Abschuss erst mit Verzögerung zu. Die Luftfahrtbehörde sprach Mitte Juli in ihrem Abschlussbericht von einem "menschlichen Fehler". Die Opfer kamen aus der Ukraine, dem Iran sowie aus Kanada, Afghanistan, Großbritannien und Schweden.

Der Vorfall hatte in den vergangenen Monaten immer wieder zu diplomatischen Spannungen zwischen Teheran und den fünf betroffenen Ländern geführt. Der Iran erklärte sich zwar grundsätzlich zu Schadenersatz bereit, wollte jedoch im Vorfeld alle technischen und juristischen Aspekte klären. Die Gegenseite warf Teheran Verzögerungs- und Hinhaltetaktik vor. Der Iran steckt seit den US-Sanktionen in 2018 in einer akuten Wirtschaftskrise, die durch den Ausbruch der Corona-Pandemie Ende Februar noch weiter verschärft wurde.

© dpa-infocom, dpa:201230-99-855554/5

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